Die alte Bogenbrücke über die B1 an den Westfalenhallen soll durch einen Neubau ersetzt werden. © Hans Blossey
Westfalenhallen

Brücken-Neubau über die B1: BVB-Fans müssen längere Zeit Umwege laufen

Der Weg über die B1 zu Westfalenhallen und Stadion bekommt eine neue Brücke. Inzwischen stehen Kosten- und Zeitplan fest - und dass nicht nur BVB-Fans weite Umwege in Kauf nehmen müssen.

Heftig gestritten wurde in den vergangenen Wochen über das zeitweise Kappen der Verbindung zwischen Kreuzviertel und Strobelallee über das Gelände der Westfalenhallen bei großen Messen. Bald wird die Verbindung nicht nur für wenige Tage, sondern für mehr als ein Jahr gesperrt sein.

Der Grund: Die B1-Brücke zwischen Lindemannstraße und Westfalenhallen wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt – ohne Ersatz während der Bauzeit. Das bedeutet dann weite Umwege für den Weg in Richtung Bolmke und auch für BVB-Fans zum und vom Stadion.

Die Planung für die neue Brücke läuft schon seit Jahren. Denn die alte Überführung aus den 1950er-Jahren erfüllt mit ihrer starken Steigung nicht die aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit. Bis zur Fußball-Europameisterschaft 2024 mit Spielen im Signal Iduna Park muss deshalb eine neue Brücke her, die für Rollstuhl- und Fahrradfahrende leichter zu bewältigen ist.

Elegante Schleifen für die Barrierefreiheit: So soll die neue Brücke über die B1 Nach dem Entwurf des Ingenieurbüros Schlaich, Bergermann und Partner aussehen. © SBP

Den Entwurf dafür liefert nach einem Planungswettbewerb das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner. Für den Weg über den B1 haben sie eine futuristisch wirkende Konstruktion entwickelt – mit langen Schleifen für einen möglichst steigungs- und barrierearmen Weg und Treppen für den kurzen Weg an beiden Enden.

Am 16. Dezember soll der Rat der Stadt den endgültigen Baubeschluss treffen. Danach muss es mit Blick auf das durch die Fußball-EM gesetzte Zeitziel 2024 schnell gehen. Bauvorbereitende Maßnahmen sollen schon im März 2022 beginnen, im September soll die alte Brücke abgerissen werden. Danach könnte im Dezember der Bau der neuen Brücke starten, der etwa ein Jahr – also bis Dezember 2023 dauern wird. So steht es in der aktuellen Vorlage des Tiefbauamtes für die Politik.

An elegante Schleifen erinnert die Wegeführung der neuen Brücke über die B1 zwischen Westfalenhallen (l.) und Max-Ophüls-Platz. © Stadt Dortmund/SBP

Das bedeutet, dass die Verbindung von der Lindemannstraße in Richtung Westfalenhallen und Stadion für mehr als ein Jahr gekappt ist. Der Max-Ophüls-Platz als Verlängerung der Lindemannstraße an der Nordseite der Brücke werde während der Bauzeit als Wegeverbindung nicht zur Verfügung stehen, teilt die Verwaltung mit. „Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wird die Platzfläche in Gänze zur Abwicklung der Baumaßnahmen benötigt.“

Umgeleitet werden sollen Fuß- und Radverkehr entlang der B1 und durch die Unterführung an der Hohen Straße beziehungsweise über Wittekindstraße und Rabenloh. Eine provisorische Brücke während der Bauzeit wird es nicht geben, kündigt die Verwaltung an. „Aufgrund dieser Umleitungsstrecken ist es nicht verhältnismäßig, ein Behelfsbauwerk während der Bauzeit zu errichten und vorzuhalten“, heißt es zur Begründung.

Über die rot und grün markierten Wege soll der Rad- und Fußverkehr während des Brückenbaus umgeleitet werden. © Stadt Dortmund

Einschränkungen wird es sogar nach Freigabe der neuen Brücke geben. Denn verbunden mit dem Brückenneubau ist auch eine Neugestaltung des Max-Ophüls-Platzes zwischen dem Dorint-Hotel und dem Gebäude des FH-Fachbereichs Design. Die Baufachleute deuten an, dass dies wohl bis zum Herbst 2024 dauern könnte, weil viele Arbeiten erst nach Fertigstellung der Brücke angegangen werden können.

Ab März 2024 müssten aber nach den Vorgaben der Uefa als EM-Veranstalter alle Arbeiten im Umfeld des Stadions ruhen. „Die Brücke und die Freianlagen müssen dann funktional betriebsbereit und gestalterisch qualifiziert sein“, heißt es im Planerdeutsch in der Vorlage der Verwaltung. „Das bedeutet, dass Platzflächen, die bis März nicht in Gänze fertiggestellt werden können, begehbar, sicher und in ansprechender Gestaltung hergerichtet sein werden.“

Mit dem Neubau der B1-Brücke soll auch der Max-Ophüls-Platz an der Nordseite neugestaltet werden. © Oliver Volmerich

Endgültig fertiggestellt sein soll das Umfeld der neuen Brücke mit neuen Bäumen, Blumenbeeten, Fahrrad-Stellplätzen und Sitzgelegenheiten dann im Oktober 2024. Die Kosten für den gesamten Neubau – zuletzt war im Mai dieses Jahres von 6,47 Millionen Euro die Rede – werden jetzt auf 9,9 Millionen Euro beziffert. Die Hoffnung ist, dass 80 Prozent aus Fördermitteln des Landes fließen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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