Brunnenfest: Polizei-Eskorte für Schulchor

DORTMUND Die "Franzi-Spatzen" von der Franziskus-Grundschule singen auf der Bühne unbeeindruckt ihre Lieder. Dass es kein ganz normales Fest ist, zeigen nur die Massen an Polizeifahrzeugen, die rund um den Berswordtplatz verteilt sind.

von Von Oliver Volmerich

, 07.09.2008, 18:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spiel mit dem Feuer: Das Brunnenfest versuchte, ein Stück Normalität inmitten des Polizei-Sperrgebiets rund um den Neo-Nazi-Umzug zu wahren.

Spiel mit dem Feuer: Das Brunnenfest versuchte, ein Stück Normalität inmitten des Polizei-Sperrgebiets rund um den Neo-Nazi-Umzug zu wahren.

Das Brunnenfest 2008 - es wirkt wie eine fröhliche Insel inmitten eines schwer bewachten Sperrgebiets. Denn es liegt inmitten des Neonazi-Aufmarsches, der die östliche Innenstadt den ganzen Tag über in Beschlag nimmt.

Mühsam müssen sich die Besucher durch Polizeisperren durchkämpfen, um die Fest-Oase zu erreichen. Die meisten schaffen es. Pech hat nur, wer augenscheinlich der linken Szene zuzurechnen ist und unter Verdacht steht, nur zur Strecke des rechten Umzugs vordringen zu wollen.

"Das Fest abzusagen, wäre für uns nicht in Frage gekommen", betont Heinz-Dieter Düdder vom Stadtbezirksmarketing Innenstadt-Ost als Organisator des mittlerweile traditionellen Festes rund um den Brunnen am Berswordtplatz. Zumal gleich nebenan die Hauptschule am Ostpark ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Und auch Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer will als Eröffnungsredner ganz bewusst Flagge zeigen. "Es geht darum, ein Stück Normalität zu bewahren", erklärt der OB.

Polizeieskorte für Schulchor

Der Versuch gelingt. "Die Zusammenarbeit mit der Polizei läuft hervorragend", ist Düdder erleichtert. Für einen Schulchor von der anderen Seite der Aufmarschstrecke gibt es sogar eine Polizeieskorte. Und so ist selbst am Nachmittag, als die Neo-Nazis nur wenige hundert Meter entfernt vorbeiziehen, die Atmosphäre entspannt. Die Kinder toben sich auf dem nahen Schulhof aus, während die Erwachsenen bei Bier oder Kaffee unter einem bunten Zeltdach am plätschernden Brunnen sitzen.

Am Abend, als die Neo-Nazis abgezogen sind, wird es noch einmal richtig voll, freut sich Düdder. Und es kann wie geplant die Brunnenkönigin gewählt werden. Saskia heißt die Siegerin. Sie hat es sogar aus dem fernen Schwerte geschafft, zum Brunnenfest vorzudringen.

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