Bürger ärgern sich über ungepflegtes Straßengrün

Fehlendes Personal?

Groß war die Resonanz auf unsere Berichterstattung über wucherndes Straßengrün. Ob die Sperlingstraße in Mengede, der Amsterdamer Weg auf der Stadtkrone-Ost, die Menglinghauser Straße in Persebeck oder die Lütgenholthauser Straße in Hombruch – überall ärgern sich Bürger über ungepflegtes Grün im öffentlichen Raum.

DORTMUND

, 18.08.2017, 01:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürger ärgern sich über ungepflegtes Straßengrün

Carsten Wessel, Anwohner auf der Stadtkrone-Ost, ärgert sich über das seit Monaten ungepflegte öffentliche Grün vor seiner Haustür und der seiner Nachbarn.

Das zuständige Tiefbauamt kommt mit dem Schneiden und Unkrautjäten nicht hinterher. Seit fast zehn Monaten werde die Grünfläche vor seinem Haus nicht mehr bearbeitet, sagt Carsten Wessel von der Stadtkrone-Ost: „Auch die umliegenden Parkplätze werden vom Unkraut überwuchert“.

Die Stadt messe bei der Grünpflege mit zweierlei Maß, sagt Thomas Esther. Die Fußgängerüberwege auf der Menglinghauser Straße würden durch sprießendes Unkraut so verkommen, dass sie Autofahrern die Sicht auf Schulkinder nähmen. Gleichzeitig habe die Stadt von ihm gefordert, seine private Hecke, die angeblich bei einer Restbreite von 1,70 Meter den Fußweg zuwucherte, im Winter bei Schnee und Eis zu schneiden.

Das Erscheinungsbild der Stadt

Seit Jahren gibt es Bestrebungen in der Politik, die Grünpflege vom Tiefbauamt mit dem entsprechenden Personal an die EDG zu übergeben, die bislang nur für das Fegen der Straßen zuständig ist. Von der Grünpflege aus einer Hand verspricht man sich, dass sich aufgrund der Synergieeffekte das Erscheinungsbild der Stadt verbessert.

Die Bürger seien „vermutlich bereit, auch mehr zu bezahlen, wenn es mit der Grünpflege tatsächlich besser wird“, hatte CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel am Montag erklärt – bei einem Ortstermin zur Besichtigung der gemeinsamen Betriebsstätte von Tiefbauamt und EDG, die auf dem EDG-Gelände am Sunderweg entsteht.

Auch für die Grünen im Rat ist der künftige gemeinsame Standort von EDG und Außendienstmitarbeitern des Tiefbauamtes ein „sinnvoller logistischer Schritt“, der aber nicht ausreiche, wenn sich die Grünpflege verbessern soll. Fraktionssprecherin Ingrid Reuter erinnert daran, dass der Rat bereits 2014 auf Antrag der Grünen beschlossen habe, „belastbare Kostendaten und eine qualifizierte Bewertung der Übertragung der Grünpflege-Aufgaben an die EDG vorzulegen.“ Passiert sei aber nichts. Reuter: „Jetzt geht es darum, den politischen Willen, wie er schon 2014 beschlossen wurde, umzusetzen.“

Personalrat: Grund ist fehlendes Personal

Der Personalrat der Stadt ist bislang auf die Bremse getreten und hat sich auch zur Berichterstattung entsprechend zu Wort gemeldet. „Nicht das Nebeneinander von Straßenreinigung (EDG) und Grünpflege verursacht das bemängelte Erscheinungsbild der Stadt, sondern fehlendes Personal“, sagt Personalrats-Vize Jörg Markau: „Die geforderte Grün- und Straßenpflege aus einer Hand – der Hand der EDG – wird die Situation nicht verbessern.“

32 Planstellen für die Grünpflege seien beim Tiefbauamt unbesetzt. Markau: „Hier wäre die Verantwortlichkeit der politischen Entscheidungsträger gefragt, diesen Missstand sofort zu beheben.“ Zudem gelte es, die fachlich hervorragenden Ausbildungsplätze zu erhalten und auszubauen. Der Personalrat wehre sich entschieden gegen den in der Berichterstattung „suggerierten Eindruck“, so Markau, „die Beschäftigten der Stadtverwaltung hätten Sorge, mehr arbeiten zu müssen oder würden ihre Aufgaben nicht gut erledigen.“

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