Dortmunder Verwaltung

Bürgerdienste: Grüne fordern mit konkreten Vorschlägen mehr Service ein

In einem Behörden-Ranking landen die Dortmunder Bürgerdienste ganz weit hinten. Die Grünen im Rat wollen die Bürgerdienste zukunftsfähiger machen. Sie stellen einen Antrag mit klaren Forderungen.
Die Servicenummer der Bürgerdienste verzeichnet in den vergangenen Monaten eine hohe Nachfrage. © Dieter Menne (A)

Nicht erst seit dem schlechten Abschneiden bei einem Behörden-Ranking des Verbraucherschutzes Berlin gibt es Kritik an den Dortmunder Bürgerdiensten auch von der Politik. Bei dem Ranking landeten die Bürgerdienste unter 40 Großstädten auf dem vorletzten Platz.

Die Grünen im Rat haben schon vorher gefordert, die Bürgerdienste für die Zukunft aufzustellen und haben dazu auch Vorschläge eingebracht, die sie nun in einen Antrag für den zuständigen Ratsausschuss gegossen haben.

Auch wenn der Gesetzgeber für viele Behördengänge noch persönliches Erscheinen im Amt vorschreibt, zählen zu den Forderungen der Grünen die Einführung von sogennannten Video-Identverfahren, Mehrsprachigkeit und mehr Abendtermine.

Bürgerdienste sind ein Aushängeschild der Stadt

„Die Bürgerdienste sind ein Aushängeschild der Stadt Dortmund. Die Menschen in Dortmund erfahren hier als Erstes, wie die Stadt als Dienstleisterin für sie da ist“, erklärt Svenja Noltemeyer, Sprecherin der Grünen im Ausschuss für Bürgerdienste. „Mit den Bürgerdiensten kann die Verwaltung vorbildhaft zeigen, ob sie digital, schlank und effizient aufgestellt ist“, so Noltemeyer.

Ziel der Bürgerdienste müsse sein, für die Menschen in der Stadt Dienstleistungen professionell und modern zur Verfügung zu stellen, den Beschäftigten ideale Arbeitsbedingungen zu bieten und insgesamt die Stadt Dortmund besonders gut zu präsentieren.

Allerdings scheinen die Bestrebungen der Bürgerdienste in den Augen der Grünen aktuell in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. „Gerade werden per Dienstvereinbarung neue Öffnungszeiten vereinbart, die Spontanbesuche und allgemeine Öffnungszeiten in den Bürgerdiensten abschaffen“, sagt Noltemeyer.

Geschätzte Wartezeiten anzeigen

Das lehnen die Grünen ab und bitten stattdessen die Verwaltung zu prüfen, ob es nicht möglich sei, mehr Termine durch zusätzliches Personal am Abend und am späten Nachmittag anzubieten. Bislang schließen die Bürgerdienste in der Regel um 12 und 16 Uhr. Nur donnerstags haben sie bis 18 Uhr geöffnet.

Darüber hinaus setzen sich die Grünen dafür ein, dass die geschätzte Wartezeit künftig auch online angezeigt wird, um den Menschen eine Wartezeit außerhalb der Bezirksverwaltungsstellen und des Dienstleistungszentrums zu ermöglichen. Noltemeyer: „Ewige Wartezeiten auf Amtsfluren müssen nicht sein.“

Mehrsprachigkeit in den Bürgerdiensten implementieren

Außerdem, so die Grünen, sollen das Terminbuchungssystem sowie die wichtigsten Formulare in mehreren Sprachen angeboten werden. „Wir Grüne erhoffen uns hiervon, dass besonders die Dortmunder und Dortmunderinnen, die keinen deutschen Pass haben und wegen höherer Meldepflichten mehr Kontakt mit der Stadt haben, diesen Pflichten besser nachkommen können.“

Die Verwaltung soll dazu auch erklären, wie die Mitarbeiter der Bürgerdienste auf ihren Namensschildern ihre Sprachkenntnisse angeben können. In vielen Branchen wie Hotellerie oder im Einzelhandel sei dies völlig normal.

Um typische Verwaltungsabläufe zu erleichtern, fordern die Grünen die Einführung von Video-Identverfahren, wie sie bei Bankgeschäften zur Authentifizierung für Kredite und Konto-Eröffnungen seit sehr langer Zeit bewährte Praxis sind. „Die Bürgerdienste der Zukunft müssen Veränderungen aufnehmen, um nah an den Menschen zu bleiben“, sagt Noltemeyer.

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