Bürgerinitiative gegen Bebauung Am Lennhofe geplant

rnNeubaugebiet in Menglinghausen

Bisher hatten die Anwohner keinen Erfolg. Die Bebauung des Stückchen Grün hinter dem Hotel Lennhof scheint besiegelt. Aber Aufgeben gilt nicht bei den Bürgern, der Widerstand wächst.

Menglinghausen

, 09.09.2018, 17:58 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es sollen in den nächsten Wochen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eine Bürgerinitiative soll es jetzt verhindern, dass der Bebauungsplan „Hom 252-Am Lennhofe“ umgesetzt wird. Der sieht Wohnbebauung auf dem Stück Grabeland und der Pferdekoppel zwischen der Menglinghauser Straße und der Straße Hellenbank vor. Aber die Anwohner wehren sich.

Klar, keiner möchte ein Haus vor die Nase gesetzt bekommen, doch die Skeptiker haben durchaus gute Gründe, die gegen eine Bebauung sprechen. Einige davon sprach die SPD in der Sitzung des Ausschusses für Wohnen und Gestaltung schon an. Obwohl auch die Sozialdemokraten einer Bebauung positiv gegenüber stehen.

Schon 300 Unterschriften gesammelt

Das ist bei vielen Anwohnern nicht der Fall – und sie fühlen sich mit ihren Sorgen alleingelassen von der Politik. So wurden schon 300 Unterschriften gesammelt. Mit dem Ergebnis, dass es nicht die geringste Resonanz von der Verwaltung gab. „Wir werden in den nächsten Tagen eine Bürgerinitiative gründen“, sagt Vera Merten. Die ist Anwohnerin der geplanten Baufläche und möchte diese nicht kampflos den Baggern überlassen.

Unterstützung gibt es in dieser Sache auch von Thomas Quittek (BUND). „Wir sehen die Bebauung des Gebietes als äußerst kritisch an“, sagt Quittek. Auch mit Blick auf den renaturierten Rüpingsbach, der an dem Bereich entlang fließt. Es ist sowieso das Wasser, das den Anwohnern große Sorgen bereitet. Nicht unbedingt durch den Rüpingsbach. Es sei denn, es kommt ein Starkregen und die Wassermassen treffen auf eine dann versiegelte Fläche. „Dann bekommen wir alle nasse Füße“, so ein Anwohner.

Hoher Grundwasserspiegel befürchtet

Nein, es ist der Grundwasserspiegel, der hier in diesem Bereich ziemlich hoch sein soll. Schon beim Bau der Häuser habe man das bemerkt, so ist aus den Reihen der Anwohner zu hören. Würde das Wasser durch die Baumaßnahmen zur Seite gedrückt, so käme es an einer anderen Stelle wieder empor – in den Kellern der angrenzenden Wohnhäuser, so die Befürchtung.

Und es gibt Sorgen aufgrund des Bodengutachtens. Der Boden scheint nicht ganz koscher zu sein, so die Anwohner und so muss der Boden, auf dem gebaut wird, vermutlich aufgeschüttet werden. „Alles Punkte, die die Verwaltung kennt, aber die unserer Meinung nach nicht richtig geprüft wurden“, sagt Vera Merten.

Zufahrt problematisch

Ein weiteres Problem, das sich wohl nicht so einfach lösen lässt, ist die Zufahrt zu dem geplanten Baugebiet „Am Lennhofe“. Die soll nämlich über die Straße Seilbahnweg erfolgen – und da wird sogar einigen Politikern mulmig. So hat die SPD um eine weitere Prüfung gebeten. Die scheint auch bitter notwendig, denn schon jetzt sind die Straßen rund um den Seilbahnweg zugestellt mit parkenden Fahrzeugen.

So gab es schon jede Menge Ärger an der Straße Am Spörkel, die auf der geplanten Zuwegung liegt. „Hier kommt ja jetzt schon kaum ein Rettungsfahrzeug durch“, sagt Eva Merten. „Was soll das denn später geben?“. Zumal eine weitere Zufahrt nicht vorgesehen ist. Lediglich eine Fußgängerbrücke, die aus der Straße Bramkampsweg in Richtung geplantes Baugebiet führen soll.

Blick auf die Pferdekoppel

Ein weiterer Punkt, der bisher noch nicht ins Spiel gebracht wurde, ist der Lennhof. Das ehemalige Mannschaftshotel von Borussia Dortmund lebt von seiner exponierten Lage praktisch mitten im Grünen. „Wir haben schon Existenzängste“, sagt Pächterin Sandra Karpati. Die sind bei einer anzunehmenden Bauzeit der Häuser des Bebauungsplanes „Hom 252“ von drei bis fünf Jahren auch berechtigt.

Baulärm ist nicht gut fürs Geschäft und sicher auch nicht der später vielleicht zugebaute Blick auf die heutige Pferdekoppel. Es gab sogar den Versuch, so Sandra Karpati, einen Teil der Fläche südlich des Lennhofs zu erwerben, um die Pufferzone zu den geplante Häusern zu vergrößern. Das sei aber nicht umsetzbar gewesen, sagt Karpati.

Die Bürgerinitiative soll es jetzt richten. Gemeinsam mit Vertretern des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) soll die Bebauung der Grünfläche zwischen Menglinghauser Straße und der Straße Hellenbank verhindert werden. Auch auf die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia wollen die Bürger zugehen. Denn die hat auch Wohnungen vor Ort.


Redakteur Jörg Bauerfeld kommentiert:

Es scheint eine Unart der Politiker geworden zu sein, auf alles hektisch zu reagieren. Schmeißt man das Wort „Wohnungsmangel“ in die Mitte, wird gleich alles zugebaut, dessen man habhaft werden kann. So auch am Lennhof. Dabei trägt der Stadtbezirk Hombruch schon viel zur Entlastung auf dem Wohnungsmarkt bei. Alte Industriebrachen werden zugebaut. Das Luisenglück ist ein Beispiel oder die alte Weichenfabrik in Barop.

Warum kann nicht mal ein Stück Idylle erhalten werden? So wie am Lenhoff. Klar spielt das dem Gastronomiebetrieb dort in die Karten. Aber geschenkt. Ein altes Fachwerkhaus mit Pferdekoppel dahinter und staunende Gäste davor, die sich so ein schönes Fleckchen in Dortmund gar nicht vorstellen konnten. Das ist doch auch ein Aushängeschild für die Stadt.

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