Bundespolizei fehlt Personal für die Passkontrollen am Flughafen Dortmund

rnEinreise-Kontrollen

Das Aufkommen an Flügen ist gewachsen, das Gebäude des Flughafens Dortmund aber nicht. Das bereitet der Bundespolizei Platz-Probleme. Und zu wenig Personal gibt es auch.

Dortmund

, 12.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem, das die Bundespolizei am Flughafen Dortmund hat, wird deutlich, wenn man vom Gate zur Passkontrolle läuft. Zwei Arbeitsplätze befinden sich dort in einer Kabine in der Mitte eines schmalen Flures. Rechts und links ist kaum mehr als ein Meter Platz um daran vorbeizugehen.

Die mehr als 150 Passagiere, die an diesem Gate ankommen, müssen warten, bis genau diese beiden Beamten sie alle kontrolliert haben. Es führt wortwörtlich kein Weg drumherum.

Michael Darenberg (v.l.), Volker Stall und Dirk Urban zeigen von der Bundespolizei am Flughafen.

Michael Darenberg (v.l.), Volker Stall und Dirk Urban zeigen anhand der Kontrollkabine in diesem schmalen Flur das räumliche Problem der Bundespolizei am Flughafen. © Kevin Kindel

„Der Flughafen war baulich nicht gedacht für diese Entwicklung, die er genommen hat“, sagt Revierleiter Dirk Urban. Das Flugaufkommen ist aus Sicht der Sicherheitskräfte über das Gebäude hinausgewachsen. Überall im Terminal gibt es diese vereinzelten Kontrollstationen - die Anforderungen haben sich aber verändert.

Selbst-Scan-Stationen sollen kommen

Etwas Abhilfe steht jedoch schon in Aussicht, weil in den kommenden Jahren ein zentraler Kontrollbereich für Ein- und Ausreise entstehen soll. Die kleinen Kontrollkabinen werden zusammengelegt. Bis 2022 sollen erste Änderungen umgesetzt werden, die die Wartezeiten für Reisende verringern sollen. Stationen, an denen man selbst den Ausweis scannen und sich von einer Kamera überprüfen lassen kann, sollen kommen. An größeren Flughäfen gibt es die schon.

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Bundespolizei-Sprecher Volker Stall betont das sehr gute Verhältnis zum Dortmund Airport: „Die versuchen, alles, was wir wünschen, möglich zu machen.“ Sicherlich handele es sich aber auch um ein Wirtschaftsunternehmen, das Geld verdienen will. „Und sie hängen auch an den Vorgaben der Politik. Dementsprechend geht vielleicht einiges nicht so schnell wie wir uns das vorstellen. Aber es tut sich etwas.“

Doch es bleibt ein weiteres Problem innerhalb der Bundespolizei: „Wir haben jetzt etwa 50 Einsatzkräfte, bräuchten aber dringend weitere Mitarbeiter“, so Dirk Urban. Bislang kommt man nur zurecht, weil Kollegen aus anderen Revieren helfen kommen. Etwa vom Dortmunder Hauptbahnhof oder aus anderen Städten werden sie abkommandiert, manchmal erfahren sie erst am Morgen, wo sie an diesem Tag arbeiten sollen.

Dienstbeginn ist jetzt zwei Stunden früher

Bis zu diesem Sommer, als Wizz Air drei Flugzeuge fest in Dortmund stationiert hat, die morgens um 6 Uhr direkt abheben, war für die Bundespolizei auch erst um 6 Uhr Dienstbeginn. „Zwei Stunden vorher muss aber das Gate aufgemacht werden“, sagt Volker Stall: „Das bedeutet für unsere Kollegen jetzt 4 Uhr Dienstbeginn, fordert einen höheren Organisationsaufwand und eine größere Flexibilität von den Kollegen.“

Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise häufig schnell erledigt. Bei anderen Menschen muss aber kontrolliert werden, ob sie das passende Visum haben und auch, „ob sie über die ausreichenden Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts verfügen“, wie es offiziell heißt. Zusätzlich müssen immer Beamte bereitstehen, um Verdächtige aus dem Verkehr zu ziehen und genauer zu überprüfen. In Spitzenzeiten sind 30 Beamte gleichzeitig im Einsatz.

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Dem Flugplan ist geschuldet, dass teilweise mehr als 1000 Passagiere zur selben Zeit zu kontrollieren sind. Kurz danach kann dann aber absolute Ruhe herrschen. Stall betont: „Wir können nicht sagen: ‚Wir haben keine Leute und machen um 18 Uhr das Büro zu.‘“ Der Dortmunder Flughafen sei zwar klein, für die Innere Sicherheit aber bedeutsam. Straftäter sollen schließlich an der Einreise gehindert werden.

Könnte die übergeordnete Direktion das Personal anders verteilen? Stall stellt die Gegenfrage: „Wenn die Leute nicht da sind, wo sollen sie herkommen?“ An allen Stellen gebe es genug zu tun, etwa an Bahnhöfen oder an der Landgrenze zu den Niederlanden. Eine Ausbildungsoffensive sei bereits gestartet, es dauert aber mindestens zwei Jahre, bis die Bewerber eingesetzt werden können.

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