Busunfall in Westerfilde: „Wären da Fußgänger gewesen, wären die alle tot“

rnVerkehrsunfall

Ein Linienbus und ein Pkw kollidierten in Westerfilde. Sechs Menschen wurden bei dem Verkehrsunfall leicht verletzt. Eine Augenzeugin, die Fahrgäste aus dem Bus holte, berichtet vom Geschehen.

von Inka Hermanski

Westerfilde

, 18.08.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sechs Menschen wurden bei einem schweren Verkehrsunfall im Dortmunder Stadtteil Westerfilde leicht verletzt. „Glück im Unglück“, sagt eine Augenzeugin. Laut Aussagen der Polizei könnte der 60-jährige Fahrer eines Busses am Montagabend sein Fahrzeug verkehrswidrig links an einer Verkehrsinsel kurz vor einer Kreuzung vorbeigelenkt haben.

Die Polizei schildert, ein 23-jähriger Dortmunder sei gegen 18.40 Uhr auf der Straße Mosselde gefahren und habe an der Einmündung Westerfilder Straße / Mosselde den von rechts kommenden Linienbus übersehen. Deshalb kam es zum Zusammenstoß.

Die Augenzeugin Nuran Yilmacer berichtet

Nuran Yilmacer (43), die den Spätkauf an der Westerfilder Straße betreibt, berichtet, was sie am Montagabend beobachtete: „Der Bus war viel zu schnell, er hatte zehn Minuten Verspätung und wollte die wohl wieder reinholen. Er raste auf den Zebrastreifen zu, den gerade eine Frau mit einem Kinderwagen überquerte, da er nicht mehr abbremsen konnte, ist er auf die gegenüberliegende Spur ausgewichen.“

Nuran Yilmacer war eine der ersten am Unfallort und hielt das Geschehen fest.

Nuran Yilmacer war eine der ersten am Unfallort und hielt das Geschehen fest. © Nuran Yilmacer

Im Kreuzungsbereich kollidierte der Bus mit dem Pkw. Das Auto wurde herumgeschleudert und schwer beschädigt. Der Bus fuhr nach dem Aufprall nach rechts über den Gehweg in ein Mehrfamilienhaus, dabei wurden Teile des Mauerwerks aus dem Gebäude gerissen.

„Ich habe nur den lauten Knall gehört“

Dann seien Nuran Yilmacer und eine Freundin direkt zum Unfallort gerannt. Ihre Freundin habe einen Krankenwagen gerufen, während sie in den stark beschädigten Bus eingestiegen sei, um die Fahrgäste aus dem Bus zu holen.

„Manche Leute standen drumherum und haben gefilmt und meinten, bist du verrückt? Du kannst da doch jetzt nicht reingehen. Aber ich musste einfach helfen“, erzählt die Altenpflegerin.

„Alle standen unter Schock , insbesondere der Busfahrer hat sich gar nicht bewegen wollen und nur immer wieder gefragt, ob es allen gut gehe. Er hat mir wirklich leid getan“, berichtet Nuran Yilmacer.

„Der Bus hat alles mitgenommen“

Nuran Yilmacer sagt, es wäre Glück im Unglück gewesen: „Gott sei Dank war auf dem Gehweg niemand, denn Fußgänger wären alle tot gewesen.“

Sowohl der Busfahrer, als auch der Autofahrer wurden zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Fahrgäste, die nur leicht verletzt wurden, hatten sich zum Teil am Folgetag bereits bei Nuran Yilmacer gemeldet.

„Eine Oma, die im Bus lag und der ich rausgeholfen habe, kam heute morgen schon zu mir und hat sich nochmal bedankt“, sagt die 43-Jährige.

Die Hauswand wurde schwer beschädigt. Sechs Personen verletzten sich leicht.

Die Hauswand wurde schwer beschädigt. Sechs Personen verletzten sich leicht. © Inka Hermanski

An den Fahrzeugen und an der Hauswand entstand erheblicher Sachschaden. Insgesamt wird er auf 60.000 Euro geschätzt.

Das Busunternehmen Zeretzke selbst wollte uns bisher keine weiteren Informationen mitteilen.

Lesen Sie jetzt