BVB-Familie nimmt Abschied von Aki Schmidt

Trauergottesdienst in der Propsteikirche

Nach einem eindrucksvollen Abschied durch die Fans vor dem Heimspiel gegen die Bayern am vergangenen Samstag verabschiedete sich die BVB-Familie am Mittwoch in der Propsteikirche von einem ganz Großen: Der am 11. November 2016 im Alter von 81 Jahren gestorbene Alfred "Aki" Schmidt erhielt das letzte Geleit.

DORTMUND

, 23.11.2016, 17:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eindrücke von der Trauerfeier.

Eindrücke von der Trauerfeier.

Familie, Freunde und Wegbegleiter Aki Schmidts nahmen mit einer bewegenden Trauerfeier Abschied von einem einzigartigen Fußballtalent, das mit seinen Ecken und Kanten viele bleibende Spuren hinterlassen hat. „Wir haben viele Stunden miteinander verbracht und seinen Anekdoten gelauscht. Was bleibt, das ist diese vorbildliche Treue zum Verein“, sagte der 63-jährige Manfred Rokowski vom BVB-Fanclub Bochum nach dem Trauergottesdienst.

"Ein großer Unterhalter und Geschichtenerzähler"

Aki Schmidt hatte das Pöhlen auf den Straßen Berghofens gelernt und führte Borussia Dortmunds Fans bis zu seiner schweren Krankheit noch durch „sein Wohnzimmer“ – das Stadion. Seine Erzählungen aus den Anfängen des Profifußballs und den sportlichen Erfolgen Borussia Dortmunds waren so spannend wie ein nervenaufreibendes Elfmeterschießen. Aki Schmidt faszinierte – und zog auch Propst Andreas Coersmeier in seinen Bann. „Aki hat den Krieg er- und überlebt, er war ein großer Unterhalter und Geschichtenerzähler, oft haben wir bis in die Morgenstunden Tränen gelacht ... Er hat uns viel Zeit mit ihm geschenkt. Dafür sind wir ihm über den Tod hinaus dankbar.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Trauergottesdienst für Aki Schmidt

Am Mittwoch gab es einen Trauergottesdienst für BVB-Legende Aki Schmidt. Wir zeigen die Bilder vom Gottesdienst.
23.11.2016
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Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper
Eindrücke von der Trauerfeier.© Foto: Oliver Schaper

Aki Schmidt starb wenige Tage vor der Mitgliederversammlung 2016, als der BVB ihn für seine 60-jährige Treue zum Verein auszeichnen wollte. Das Herz machte nicht mehr mit. „Er hatte noch so viele Pläne“, sagte BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball in der Propsteikirche und erinnerte an jenen Berghofer Jungen, der als Schlitzohr, Fußball-Legende und Urgestein in die Vereinsgeschichte einziehen wird.

Der einstige Stahlarbeiter verhalf der Borussia nicht nur zu sportlichen Erfolgen, sondern war Mitspielern und Fans in vielen Belangen ein Vorbild. In seiner Abschiedsrede für den früheren Bundestrainer Sepp Herberger sagte Aki Schmidt, dass kein anderer Bundestrainer jemals besser arbeiten werde als der Sepp. In der Folge stellte Herbergs Nachfolger Helmut Schön jenen Klartext sprechenden Schmidt nicht wieder auf.

„Ich verneige mich vor Aki Schmidt. Einem großartigen Borussen, den wir nie vergessen werden“, sagte Dr. Rauball, der in der Kirche mit Schmidt-Zitaten und Erinnerungen manch ein Schmunzeln auslöste – denn: „Aki hätte jetzt gesagt: Geht lieber einen trinken, denkt an mich und lacht.“

"You‘ll Never Walk Alone" 

Und tatsächlich: So war jedem in der Kirche zumute. Da Aki Schmidt selbst kein Kind von Traurigkeit war, sondern ein robuster Typ, der Menschen faszinieren konnte. Weil er selbst ein großer Mensch war. Was auch daran gelegen haben mag, dass er viel Zeit im Luftschutzbunker verbringen und unter Verzicht aufwachsen musste.

Die aufs Erinnern an einen fröhlichen Menschen eingestimmten Trauernden konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten, als „You‘ll Never Walk Alone“ gesungen wurde. Selten ging dieses Lied so unter die Haut wie in der Propsteikirche, bevor Aki Schmidts Sarg hinaus getragen wurde.

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