BVB-Fan an der Schulspitze: Tobias Schnitker wurde mit echter Liebe begrüßt

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Die Heinrich-Böll-Gesamtschule hat einen neuen Schulleiter: Tobias Schnitker. Die Lehrer der Schule feierten seine Ernennung mit einem besonderen BVB-Klassiker.

Lütgendortmund

, 24.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Stadion der Schwarz-Gelben auf einem Bild an der Wand und die Tasse mit geometrischen Formeln auf dem Schreibtisch: In seinem Büro hat Tobias Schnitker (48) zwei seiner Leidenschaften immer bei sich.

„Hat man eine andere Wahl als BVB-Fan zu sein? Wann immer ich kann, stehe ich auf der Süd“, sagt der 48-Jährige, der in seiner Freizeit selbst gerne Fußball spielt. Der Mathe- und Sport-Lehrer kam 2011 als stellvertretender Schulleiter an die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund.

Nachdem die ehemalige Schulleiterin Mechthild Gith im Sommer 2019 verabschiedet wurde, übernahm er die kommissarische Leitung. „Nach einem langen Bewerbungsprozess habe ich meine Ernennung zum Schulleiter als ‚Weihnachtsgeschenk‘ bekommen“, erzählt Tobias Schnitker.

Lehrer-Kollegium steht hinter dem neuen Schulleiter

Das nutzten die Lehrer der Gesamtschule aus. Bei der Weihnachtsfeier feierten sie auch ihren neuen Schulleiter. „Das war wirklich schön“, sagt Tobias Schnitker. „Alle sind aufgestanden und haben ‚You‘ll never walk alone‘ gesungen.“

Doch nicht nur mit dem BVB fühlt sich der Schulleiter eng verbunden. Auch die Stadt Dortmund sei immer seine Wahlheimat gewesen. „Ich bin in Warendorf aufgewachsen und habe ab 1992 hier in Dortmund gelebt“, erzählt er.

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Inzwischen wohne er jedoch mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Wetter. „Bei aller Liebe brauche ich doch die halbe Stunde Fahrt, um ein bisschen Distanz zwischen Beruf und Privatleben zu bringen.“

In seinem Beruf arbeitet er allerdings erst seit 17 Jahren. Denn bevor er nach dem Studium sein Referendariat in Hagen begann, arbeitete Tobias Schnitker in verschiedenen Sport- und Freizeitbetrieben.

Tobias Schnitker hat drei Kinder – plus 1000

Mit Geburt seines ersten Kindes habe er dann jedoch gemerkt, dass er nicht nur Verantwortung für seine kleine Familie, sondern auch für eine ganze Schülerschar übernehmen möchte. „Jetzt habe ich drei Kinder zuhause – und hier noch gut 1000 mehr.“

Und mit denen fühle er manchmal ähnlich mit wie mit seinen eigenen Kindern. „Eines der schönsten Ereignisse war für mich die Abiturprüfung eines Jungen aus meinem Mathe-Leistungskurs“, erzählt er. „Er hatte keine Empfehlung fürs Gymnasium – und hat hier mit 1,0 bestanden.“

BVB-Fan an der Schulspitze: Tobias Schnitker wurde mit echter Liebe begrüßt

Ab 2011 war Tobias Schnitker stellvertretender Schulleiter der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Nach Mechthild Giths Verabschiedung im Sommer 2019 wurde er vorerst kommissarischer Schulleiter. © (A) Dieter Menne

Er sei froh, immer an Gesamtschulen gearbeitet zu haben. Die Schulform nehme alle Schüler am besten mit, so Schnitker. „Ich habe hier aber auch ein tolles Kollegium, das alle Schätze bei den Schülern hebt.“

Heinrich-Böll-Gesamtschule ist im Wandel

Generell erlebe er in Lütgendortmund ein schönes Miteinander. Eltern, Schüler und Lehrer seien mit viel Leidenschaft und Energie dabei, wenn es darum gehe, etwas an der Heinrich-Böll-Gesamtschule zu bewegen.

„Wir befinden uns derzeit im Wandel“, erklärt Tobias Schnitker. „Als einzige Schule in Dortmund bieten wir seit Kurzem Psychologie als Fach für die Oberstufe an.“ Zudem sei die Digitalisierung auf dem Vormarsch.

Ein Großteil der Schüler arbeite überwiegend mit dem iPad und digitalen Tafeln. Die Gesamtschule ist außerdem Teil des Programms „Schulen in der digitalen Welt“ und bildet Schüler als Medien-Scouts aus, um die Medien sinnvoll zu nutzen und damit einhergehende Gefahren zu umgehen.

Gesamtschüler brauchen dringend mehr Platz

Während die Digitalisierung gut voranschreite, bereitet dem neuen Schulleiter etwas anderes Bauchschmerzen. „Wir brauchen dringend mehr Räume“, sagt er. „Im Moment müssen wir sehr kreativ sein, um alle gut unterzubringen.“

Derzeit befinde sich die Gesamtschule in der Bedarfsprüfung. „Ich hoffe, dass sich etwas tut, damit wir weiter wachsen können.“

Zumindest die Fachräume für die Naturwissenschaften sollen zeitnah ausgeweitet werden. Zudem soll es einen neuen Sportplatz für das Mittagsangebot auf dem Schulgelände geben.

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