BVB-Fan nach Angriff weiter in Lebensgefahr

Angreifer arbeitete für DSW21

Nach dem BVB-Spiel gegen Werder Bremen gerieten am Samstag ein 37-jähriger Borussia-Fan und vier Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes aneinander. Der 37-Jährige erhielt einen Tritt, stürzte und schlug mit dem Kopf auf. Er befindet sich weiter in Lebensgefahr. Inzwischen ist klar: Der Sicherheitsdienst arbeitete für DSW21.

DORTMUND

, 21.05.2017, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung, Montag, 13.15 Uhr: Sicherheitsdienst arbeitete für DSW21

Wie die Staatsanwaltschaft Dortmund auf Nachfrage mitteilt, ist der 33-jährige Tatverdächtige bei der Wittener Gülich-Gruppe angestellt und war im Auftrag des Dortmunder Nahverkehrsunternehmens DSW21 an der Haltestelle „Stadion“ im Einsatz. Er soll den 37-Jährigen verfolgt und getreten haben. 

DSW21 teilte am Montag mit, dass der Gülich-Mitarbeiter die Qualifikation „Sicherheits- und Servicekraft im öffentlichen Nahverkehr“ trage, seit einem Jahr für DSW21 im Einsatz sei und „in dieser Zeit nie auffällig“ geworden sei. „In seinem eigenen Interesse werden wir ihn aber erst dann wieder einsetzen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind“, sagte Unternehmenssprecher Marc Wiegand.

Auf ihrer Internetseite wirbt die Gülich-Gruppe damit, dass ihre Mitarbeiter im Umgang mit Menschen sowie mit Sicherheitstechnik, Psychologie und Rechtskunde „bestens geschult“ seien. Selbstverständlich absolvierten sie auch „ein effizientes Deeskalationstraining“.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung. DSW21 und Gülich sind langjährige Partner. Gülich-Mitarbeiter sind täglich für die Sicherheit in U-Bahn-Stationen unterwegs und überprüfen auch Fahrausweise. Das Unternehmen arbeitet in den Bereichen Sicherheit, Sauberkeit und Service.

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Aktualisierung, Sonntag, 14.35 Uhr: "Nichtigkeiten" führten zur Auseinandersetzung

Wir haben die zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke erreicht. Ihren Angaben zufolge führten Nichtigkeiten zu der Auseinandersetzung. Demnach sei es zu Rempeleien gekommen, Bier wurde verschüttet. Der 37-Jährige habe seinen Weg an der Unterführung Bolmker Weg fortgesetzt. Die vier Sicherheitsmitarbeiter, die vermutlich im Auftrag der Deutschen Bahn unterwegs waren, gingen ihm nach. Einer der Sicherheitsmitarbeiter, ein 33-Jähriger, habe den 37-Jährigen dann getreten. Dieser sei so unglücklich gefallen, dass er sich schwerste Kopfverletzungen zuzog. Es besteht Lebensgefahr.

Aktualisierung, Sonntag, 14.20 Uhr: Verletzter weiter in Lebensgefahr

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Sonntag eine weitere Pressemitteilung zum Vorfall am Vereinsheim des Tennisclubs Flora veröffentlicht. "Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass es im Bereich des Bolmker Weges zunächst zu einer leichten verbalen und körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Geschädigten und Mitarbeitern eines Sicherheitsunternehmens gekommen war. Im Anschluss griff ein 33-jähriger Dortmunder aus der Gruppe der Sicherheitsmitarbeiter den 37-Jährigen an, so dass dieser stürzte und sich dabei schwerste Kopfverletzungen zuzog", heißt es in der Mitteilung.

Der Mann schwebt weiter in Lebensgefahr. Die vier Männer des Sicherheitsdienstes wurden vorläufig festgenommen. Drei der vier Beschuldigten wurden noch in der Nacht mangels Tatverdachts aus dem Gewahrsam entlassen.

Der 33-jährige Angreifer wurde am Sonntag entlassen, da kein Haftgrund vorliegt. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts hat sich nach den Ermittlungen nicht erhärtet.

Erste Meldung, 22.05 Uhr: Gewalt an der Flora-Gastronomie

An der Vereins-Gastronomie des Tennisclubs Flora am Bolmker Weg ist eine Person nach einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Polizei befragte Zeugen und sicherte Spuren. "Ein Mann ist mit schweren Verletzungen am Boden liegen geblieben", sagte ein Sprecher der Polizei. Eine Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt. Es gab mehrere vorläufige Festnahmen. Die Vereins-Gastronomie ist an Heimspieltagen ein Treffpunkt auch für BVB-Fans, allerdings soll es sich nicht um eine Auseinandersetzung unter Fußball-Fans handeln.

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