BVB-Fans möchten weiterhin „You’ll Never Walk Alone“ schmettern

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Ein BVB-Fan wollte erreichen, dass künftig „Leuchte auf mein Stern“ im Stadion gesungen wird. Doch viele Unterstützer fand er mit der Petition nicht. Mit seinem Scheitern steht er nicht allein.

Dortmund

, 16.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Petition – das klingt nach einem offiziellen Papier, das hehre Ziele verfolgt. Das mag früher einmal so gewesen sein, doch mit der Verbreitung des Internets ist die Zahl der Petitionen drastisch gestiegen. Und längst setzen sich diese Anträge nicht mehr nur mit politischen Forderungen, sondern mit ganz profanen Wünschen auseinander – auch in Dortmund.

So suchte ein BVB-Fan seit Anfang 2019 auf der Plattform „www.openpetition.de“ nach Mitstreitern, die sich seiner Petition namens „Leuchte auf mein Stern anstatt You’ll Never Walk Alone“ anschlossen.

Eigenes Liedgut

Der Borusse wollte damit erreichen, dass nicht mehr die traditionelle Hymne des FC Liverpool, sondern das eigene BVB-Liedgut „Leuchte auf mein Stern“ von mehr als 70.000 Menschen im Signal Iduna Park geschmettert wird.

Einerseits solle der Stadionbesucher aus Respekt gegenüber dem FC Liverpool auf den englischen Song verzichten, andererseits habe Borussia mit „Leuchte auf mein Stern“ doch „ein eigenes, so passendes Lied“.

Doch das Stadion hält zu „You’ll never walk alone“: Ganze 83 BVB-Anhänger unterzeichneten die Forderung nach dem Lied-Wechsel.

36.000 Menschen gegen Nazi-Demos

Ein anderes Ergebnis kann sich indes sehen lassen: Mehr als 36.000 Menschen haben binnen weniger Wochen die aktuelle Petition „Wir wollen uns wieder sicher fühlen! Verbot der Dortmunder Nazi-Demos, jetzt!“ im Internet unterschrieben.

Das nächste Ziel der Initiative „Es ist untragbar“, die Oberbürgermeister Ullrich Sierau zum Verbot montäglicher Nazi-Demos auffordert, sind 50.000 Unterstützer. Eine imposante Zahl, von der andere Dortmunder Petenten nur träumen können. Allerdings läuft die Forderung aktuell ins Leere, denn die Nazis verzichten vorerst auf die Montagsaufmärsche.

BVB-Fans möchten weiterhin „You’ll Never Walk Alone“ schmettern

Die Schließung des Streichelzoos im Dortmunder Zoo forderte eine Tierfreundin - und blieb damit weitgehend auf sich allein gestellt. © Schaper

Viel weniger Unterstützung im Internet erhielt die Dame, die den Streichelzoo im Dortmunder Zoo schließen lassen wollte. Nach einem Artikel in den Ruhr Nachrichten, wonach das Miteinander von Tier und Mensch seit einigen Jahren nicht mehr reibungslos funktioniere und sogar Tiere durch Besucher tödlich verletzt wurden, startete die Tierschützerin im April 2019 besagten Aufruf.

Allerdings kann man ihrem Ersuchen nur mäßigen Erfolg bescheinigen: Ganze 99 Gesinnungsgenossen unterzeichneten den Antrag - die Mehrzahl der Zoobesucher liebt es offenbar, Ziege, Schaf und Ente zu kraulen.

Eintrittsgeld zurück!

Um den schnöden Mammon geht es in der Petition „Erstattung des Eintrittspreises vom Lichterfest bei Vorlage der Eintrittskarten“, die seit September ebenfalls auf www.openpetition.de zu finden ist.

Nachdem das Lichterfest im Westfalenpark ins Wasser gefallen war, bot die Stadt Dortmund andere Veranstaltungen als Ersatz an. Aber nicht mit der Lichterfest-Besucherin aus Kamen! „Meiner Meinung nach ist das ein fauler Kompromiss“, schreibt die Dame und fordert knallhart den Eintrittspreis zurück. Das sahen 181 weitere Frustrierte ebenso und schlossen sich der Petition an, deren Einreichen laut Homepage vorbereitet wird.

Andere Ersuchen wie die „Bessere Taktung der Emschertalbahn“ (174 Unterstützer) kamen über eine überschaubare Anzahl an Unterstützern ebenfalls nicht hinaus.

Erfolge für Tierfreunde

Doch es geht auch anders. Der Forderung „Verbot des Ponykarussells auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt“ schlossen sich 2370 Bürger an. Und wenn der Petition auch nicht entsprochen wurde, so verzichten die Karussell-Betreiber inzwischen zumindest auf eine Teilnahme am Weihnachtsmarkt.

Sogar 4921 Personen fanden die „Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen in Dortmund“ so wichtig, dass sie das Anliegen im Jahr 2018 unterstützten. Und siehe da: Laut Organisatoren trug die Petition zum Erfolg der Forderung bei.

Der Verfechter von „Leuchte auf mein Stern“ darf also noch hoffen.

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