BVB gegen Schalke im Free-TV: Dortmunder Kneipen-Besitzer stinksauer auf Sky

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Das Revierderby im Free-TV: Was viele Fans freut, ärgert so manchen Fußballkneipen-Besitzer in Dortmund. Sie geben viel Geld aus für Sky – und rechnen nun mit teils starken Umsatzeinbußen.

Dortmund

, 26.04.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Timmy Werner hatte schon bessere Laune. Der 38-jährige Gastronom betreibt mit seiner Schwester die Sports-Bar „Manhattan“ im östlichen Kaiserviertel. Das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke am Samstag (15.30 Uhr) hatte er als Umsatzbringer fest eingeplant. „Eigentlich wäre das ein Bombenspiel, doch jetzt ist es eher wie BVB-Freiburg.“

Schuld an Werners Ärger ist der Bezahlsender Sky. Der beschloss vor einigen Wochen überraschend, das Spiel auch im Free-TV laufen zu lassen. Es wird nun parallel zu Sky auch live in der ARD zu sehen sein. Sky verspricht sich von der Aktion mehr „Aufmerksamkeit für unsere Bundesliga-Berichterstattung“.

Doch was für Sky vielleicht gelungene PR ist, bedeutet für Werner vor allem: weniger Gäste. „Da wird‘s viele geben, die sich lieber einen Kasten Bier kaufen und das Spiel auf der Couch mit Freunden schauen.“ Statt der erhofften bis zu 150 Gäste rechnet Werner am Samstagnachmittag nun mit höchstens 70 bis 80. „Wir werden bis zu 50 Prozent Umsatzeinbußen haben.“

Mehr Kosten, weniger Angebot bei Sky? „Das ist frech“

Der Wirt ist deswegen stinkesauer auf Sky: „Wir zahlen ein Heidengeld an Sky, die erhöhen fast jede Saison kräftig die Preise, aber senken ihr Angebot.“ Lagen die Preise Anfang des Jahrtausends laut Werner noch bei unter 100 Euro, würde eine durchschnittliche Sports-Bar mittlerweile rund 600 bis 700 Euro pro Monat an Sky überweisen. Dass der Sender jetzt auch noch eines der wichtigsten Spiele der Saison verschenke, kann Werner überhaupt nicht verstehen: „Das ist frech.“

Werner ist nicht allein mit seinem Unmut. Auch in der Dorstfelder Fußballkneipe Hicc-Up findet man die Sky-Entscheidung „nicht so prickelnd“, wie es Betriebsleiterin Kerstin Gutsch formuliert. „Es wird schon weniger los sein, ich plane deshalb auch mit weniger Personal.“

„Echte Fans gehen ins Stadion oder inne Kneipe!“

Es gibt aber auch Sports-Bars in Dortmund, die keinen Free-TV-Effekt beim Revierderby bemerken: „Bei uns ist die Bude während des Spiels trotzdem voll“, heißt es aus dem „Mit Schmackes“, der Fußball-Kneipe von Kevin Großkreutz, im Stadion-nahen Kreuzviertel.

Beim Dortmunder Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ist man laut Kreisvorstands-Mitglied Markus Riepe „nicht ganz glücklich“ mit der Entscheidung, sieht die Sache aber entspannt: „So ein Spiel schauen sich die Dortmunder lieber in der Gemeinschaft an“, glaubt Riepe. Gleiches gilt für Omid Ghorbanazar, Betreiber der Ratsschänke in der Dortmunder City: „Die Sympathisanten gucken das Zuhause, die echten Fans gehen aber ins Stadion oder inne Kneipe!“

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