BVB-Meisterlied entstand im Schrebergarten

"Rubbeldikatz am Borsigplatz"

Der Text schlummert seit 30 Jahren in der Schublade, die Melodie hat Werner Friederichs schon ewig im Kopf. Und dann joggt BVB-Legende Aki Schmidt durch eine Schrebergartenanlage – und eine einzigartige Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Geschichte von „Rubbeldikatz am Borsigplatz“, dem Hit zur schwarzgelben Meisterschaft.

DORTMUND

von Von Hermann Beckfeld

, 27.05.2011 / Lesedauer: 3 min
BVB-Meisterlied entstand im Schrebergarten

Aki Schmidt mit seinem Akkordeon.

Ein halbes Jahrhundert später. Normalerweise joggt der 76-Jährige an dem Vereinsheim des Schrebergartenvereins „Einigkeit“ im Ortsteil Neuasseln vorbei. Doch diesmal kehrt das BVB-Idol für ein, zwei Bierchen ein und wird natürlich sofort von Wirt Santino und den Gästen erkannt. Nach einigen Runden steht fest. Aki Schmidt, agil, lebenslustig und spontan, gründet mit den Schrebergärtnern einen Fanclub und ernennt die Europapokalhelden von 1966, Hobby Kurrat, Sigi Held und Theo Redder zu Paten. Gemeinsam organisieren sie Feiern und Talkshows, einmal war Patrick Owomoyela bei den mittlerweile 150 Mitgliedern zu Gast. Wie es der Zufall will, trifft sich in einem Raum die Band Casino Express jeden Donnerstag zur Probe. Der Chef der Gruppe, Werner Friederichs, ist nicht nur ein begeisterter Musiker. Der 66-Jährige ist seit seinem achten Lebensjahr ein Fan der Borussia und hat Aki schon im Stadion „Rote Erde“ angefeuert.

Die beiden sind sich schnell einig: Wenn die Klopp-Schützlinge den Titel gewinnen, machen wir eine CD. Mit einem Team, das bunter nicht sein könnte. Akkordeonspieler Aki Schmidt ist der Älteste und Fabio der Jüngste im Team. Der Siebenjährige hüpft und tanzt so ausgelassen auf der Bühne, als hätte sein Idol Lucas Barrios gerade ein Tor erzielt. Fabios Mutter Daniela Martella und Jana Kretschmar singen, dazu kommen mit Klaus Häusler und Fred Homann Hobby-Musiker und mit Bernd Kretschmar, dem Vater von Jana, ein echter Profi, der früher mit Bands durch die DDR tourte.

Ihr Hit ist natürlich „Rubbeldikatz auf dem Borsigplatz“, aber auch bei „Das ist doch sonnenklar“ geht die schwarzgelbe Post ab. Sentimental wird es, wenn die Band „Auf Wiederseh`n, Dede“ spielt oder Aki Schmidt sein Solostück „Que Sera“ anstimmt. Für den Altmeister steht sowieso fest: „Karneval werden wir uns vor Anfragen gar nicht retten können.“ Und noch eins verrät der ehemalige Kapitän der Nationalelf, der mit Borussia 1966 Europapokalsieger wurde. „Mit Fußball ist jetzt Schluss. Ich konzentriere mich in meiner zweiten Karriere ganz auf die Musik.“ 

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