BVB-Profis besuchen Förderschule am Marsbruch

DORTMUND Ein etwas anderer Trainingstermin war am Dienstag für den BVB angesetzt: Die Profis besuchten die Westfälische Förderschule am Marsbruch. Rund 250 Schüler, Lehrer und Betreuer bereiteten ihnen einen tollen Empfang.

von Von Constantin Blaß

, 20.05.2008, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der kleine Karim jubelt, klatscht mit seinem prominenten Teamkollegen Nelson Valdez ab. Gerade hat er für seine Mannschaft ein Tor geschossen. Ein durchaus sehenswertes. Trocken abgezogen. Mit links. Für Karim war‘s einfach nur ein „Super-Gefühl“. Genauso aber auch wie für die anderen gehandicapten Schüler der Westfälischen Förderschule am Marsbruch in Aplerbeck. Zwei Stunden konnten sie am Dienstag trainieren wie die Profis. Und vor allen Dingen mit ihnen. Denn die Spieler von Borussia Dortmund waren zu Gast. Ballkünstler trafen auf Lebenskünstler.

Den BVB-Profis bereiteten die Schüler einen warmen Empfang. Schwarzgelbe Luftballons hingen an den Wänden. „Olé, jetzt kommt der BVB“, dröhnte es aus Musik-Boxen. Dazu ein tosender, kaum enden wollender Applaus. Als hätten die Borussen in der Bundesliga nicht Rang 13, sondern in einem phänomenalen Schlussspurt mit Zauberfußball den Einzug in die Champions League gesichert.

Doch dann wurde es Ernst: In der Turnhalle hängen zehn große Buchstaben an den Fenstern. SÜDTRIBÜNE steht dort geschrieben. Und die Stimmung ist tatsächlich so wie auf Deutschlands größtem Stehplatz-Rang. Stadionsprecher und Sportlehrer Jörg Schubert brüllt ins Mikro: „Und hier sind sie: Unsere Schüler vom Marsbruch!“

In drei Wettbewerben treten die Schüler gemeinsam mit den BVB-Profis in gemischten Teams an. Zuerst im „Mattentransport“, bei dem Matten über die Köpfe hinweg getragen werden. Später im Rollstuhl-Basketball. Und im Fußball.

Dort stehen in jeder Mannschaft vier Schüler und zwei Profis auf dem Feld. Letztere dürfen Tore allerdings nicht selbst schießen, nur vorbereiten. 5:4 endet die spannende Partie. Im Basketball gab‘s zuvor ein 20:18. Richtige Verlierer gibt‘s trotzdem nicht. Marsbruch-Schulleiterin Mechthild Miketta: „Unsere Schüler fiebern ein ganzes Jahr auf diesen Tag. Sie erfahren durch den Besuch der Profis eine ungeheure Wertschätzung.“ Für Markus Brzenska eine Ehrensache: „Wir kommen gerne hierhin. Vor allem, wenn man sieht, welch große Freude wir den Schülern damit machen.“

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