BVB steht wegen Einweg-Bechern in der Kritik

Deutsche Umwelthilfe

Zwei Millionen Wegwerfbecher sollen an acht Spieltagen in der ersten und zweiten Bundesliga verbraucht worden sein. Das kritisiert die Deutsche Umwelthilfe. Negativer Spitzenreiter: Borussia Dortmund. Deshalb zeigt die Umweltorganisation dem BVB die rote Karte.

DORTMUND

, 07.10.2015, 09:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
BVB steht wegen Einweg-Bechern in der Kritik

Bei knapp zwei Millionen Zuschauern pro Saison ist die Logistik mit Mehrwegbechern sehr aufwendig.

Der BVB hatte – angesichts der aufwendigen Logistik durch Mehrwegbecher –  zur neuen Saison auf Einwegbecher umgestellt . Wie Bayern München auch sende der BVB damit ein falsches Signal an die Fans und andere Vereine, kritisiert die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe. Sie fordert Bundesligisten, Stadion-Caterer und Stadtverwaltungen dazu auf, umweltfreundliche Mehrwegbecher zu nutzen.

Hygiene-Problematik

Nach Auskunft von BVB-Sprecher Arne Niehörster ist auch die Ökobilanz von Mehrwegbechern nicht unumstritten. Sie müssten gespült werden und verbrauchten damit viel Wasser. Zudem gebe es dabei ein Hygiene-Problem. Bei den neuen Einwegbechern entfalle der Spültransport nach Potsdam. Sie seien aus Mais produziert und zu 100 Prozent wiederverwertbar.

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH, hält dagegen. Die Einwegbecher aus dem Biokunststoff Polyactid (PLA) belasteten durch intensiven Düngemittel- und Pestizideinsatz sowie durch einen hohen Energieverbrauch bei der Rohstoffherstellung die Umwelt. Außerdem, unterstellt er, würden die Becher in der Regel verbrannt.

Getrennte Sammlung

Der BVB kompostiere die Becher und lasse sich das zertifizieren, widerspricht Niehörster. Zur Sammlung wurden im Stadion unter allen Tribünen und an den Ausgängen rund 60 Sammelröhren und 50 eigens gekennzeichnete Tonnen aufgestellt, flankiert von der Kampagne „Gib mich den Becher“. Stadionbesucher sind aufgerufen, die Becher in den Sammelstellen zu entsorgen.

Auf Anfrage teilte die Entsorgung Dortmund (EDG) mit, dass an den Wegstrecken und Eingängen zum Stadion seit August nicht auffällig mehr Plastikbecher angefallen seien als sonst. Trotzdem sei das Einwegsystem nicht in Stein gemeißelt, sagt BVB-Sprecher Niehörster. Nach der Sommerpause werde man sich zusammensetzen und Bilanz ziehen.

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