Chronik der Ereignisse: Wie sich die Bombensuche in Dortmund entwickelt hat

Bombenverdacht

Am Sonntag (12.1.) steht in Dortmund die Mega-Evakuierung an. Tausende müssen ihre Häuser verlassen, auch Kliniken sind betroffen. So hat sich die Bombensuche in Dortmund entwickelt.

Dortmund

, 11.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Chronik der Ereignisse: Wie sich die Bombensuche in Dortmund entwickelt hat

Bei Sondierungsarbeiten auf dem Wall erhärtete sich der Verdacht von Blindgängern im Boden. © Oliver Volmerich

Von einem möglichen Bombenfund im Klinikviertel war das erste Mal am 24. Oktober die Rede (RN+). Seitens der Stadt hieß es, dass das Klinikviertel möglicherweise für eine Bombenentschärfung evakuiert werden müsse. Früh war klar: Die Stadt muss für dafür viel Geld in die Hand nehmen (RN+).

Wochen später war zunächst immer noch nicht sicher, wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen sein werden. Der Grund: Es ist unklar ob dort 250- oder 500-Kilo-Bomben im Boden liegen. Dass es zu einer Räumung kommen muss, stand dann aber bereits fest.

Kurzfristige Sperrung des Walls

Um den Verdacht auf Blindgänger zu überprüfen, wurden für Sondierungen Sperrungen auf dem Wall eingerichtet - und das sehr kurzfristig, was für Kritik vom Einzelhandel sorgte (RN+).

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Ende November erhärtete sich dann der Blindgänger-Verdacht am Westentor (RN+). Durch die neue Fundstelle am Hohen Wall war dann auch klar: Der Radius für die Evakuierung am 12. Januar vergrößert sich.

Im Dezember ging die Suche nach Bombenblindgängern am Wallring in den Endspurt. Das brachte erneute Einschränkungen für den Autoverkehr. Am Hiltropwall erhärtete sich der Blindgängerverdacht aber nicht, ebenso wenig wie an der Hansastraße.

Tausende Menschen betroffen

Mitte Dezember stand fest: Von der Mega-Evakuierung im Klinikviertel sind auch die City und das Kreuzviertel betroffen. Bis zu 14.000 Anwohner müssen aus ihren Wohnungen, auch mehrere Krankenhäuser und Seniorenheime müssen evakuiert werden. Drei Bombenverdachtspunkte wurden ausgemacht - an der Luisenstraße, an der westlichen Beurhausstraße und am Hohen Wall.

Auch wenn noch nicht einmal klar ist, ob wirklich Bomben im Boden schlummern, sind große Sicherheitsvorkehrungen nötig. Bestätigt sich der Bombenverdacht, müssen die Blindgänger sofort unschädlich gemacht werden. Wir haben in einer Übersicht alle wichtigen Infos zusammengestellt.

Die geplante Evakuierung macht sich in Dortmund schon Tage vorher bemerkbar. So bat das Klinikum Dortmund im Vorfeld um Unterstützung - es wurde dringend Blut benötigt.

Massive Auswirkungen auf Straßen- und Bahnverkehr

Auch für den gesamten Dortmunder ÖPNV und ebenso den Bahnverkehr hat die Mega-Evakuierung Folgen (RN+): Mehrere Bahnen fallen aus, an manchen Haltestellen kann nur noch ein-, aber nicht mehr ausgestiegen werden. Der Hauptbahnhof, der teilweise zum Evakuierungsgebiet gehört, muss komplett gesperrt werden.

Den Notfalldienst der Kassenärzte im Klinikum übernehmen am Wochenende andere Praxen. Das Gast-Haus an der Rheinischen Straße und die Diakonie sind ebenfalls betroffen - die Hilfsangebote werden verlegt, sodass wohnungslose Menschen andernorts trotzdem ein Frühstück und weitere Hilfe bekommen.

Mit den Krankenhäusern im Klinikviertel fallen auch zentrale Anlaufstellen für Notfall-Patienten weg. In den Tagen vor der Evakuierung hat deshalb der Rettungsdienst seine Kapazitäten erheblich angehoben (RN+).

Drohnen im Einsatz

Da das Klinikviertel für die Zeit der Evakuierung wie leergefegt sein wird, will die Dortmunder Polizei für mehr Sicherheit sorgen. Das will sie durch den Einsatz von Drohnen erreichen. Die Polizei hat die Hintergründe dieses besonderen Einsatzes erklärt.

Sogar die Weihnachtsbäume der Dortmunder müssen dieses Jahr länger aushalten - die EDG holt diese nämlich wegen der Evakuierung deutlich später ab als sonst (RN+).

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Veranstaltungen im Theater abgesagt

Da auch das Theater Dortmund von der Evakuierung betroffen ist, mussten dort mehrere Vorstellungen abgesagt werden. Indes bietet sich für Bewohner die Möglichkeit, kostenlos den Westfalenpark, den Dortmunder Zoo, das Südbad und die Pflanzenschauhäuser im Rombergpark zu besuchen. Lediglich der Personalausweis muss vorgezeigt werden.

Eine interessante Frage zum Schluss: Was passiert eigentlich im unwahrscheinlichen Fall, dass eine Bombe im Klinikviertel explodiert? (RN+) Ein Projekt, welches auf eine neuartige Technik zurückgreift, soll diesen Fall im Vorfeld simuliert und Hinweise auf den notwendigen Evakuierungsradius gegeben haben. Die spektakulärsten Bombenentschärfungen der letzten Jahre finden Sie hier.

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