Clubs und Diskotheken in Dortmund (hier das Spirit in der Innenstadt) müssen ab dem 4.12. schließen. © Björn Althoff
Neue Corona-Regeln

Club-Lockdown in Dortmund: „Auf dem Rücken des Personals“

Betreiber von Clubs und Diskotheken in Dortmund haben Gewissheit: Sie müssen schließen. Die Entscheidung stößt auf Verständnis – die Art und Weise, wie sie getroffen wurde, aber nicht.

Clubs und Diskotheken dürfen ab Samstag (4.12.) nicht mehr öffnen. „Der Betrieb von Clubs, Diskotheken und vergleichbaren Einrichtungen ist untersagt“, heißt es wörtlich in der aktualisierten Corona-Schutzverordnung für NRW.

In der Tendenz war eine Schließung zwar zu erwarten. Dass sie sofort kommt, überrascht aber manche.

„Dass es Maßnahmen geben muss, stellt niemand in Frage. Aber die Art und Weise, diese Informations-Achterbahn, ist enttäuschend“, sagt Yves Gredecki, Weinkeller-Betreiber und im Vorstand der IG Dortmunder Club- und Konzertkultur.

„Es wird auf dem Rücken des Personals ausgetragen“, sagt Gredecki. Zahlreiche Angestellte in der Branche stünden nun wieder vor ungewissen Monaten.

Unterschiedliche Signale in den politischen Runden

In der Tat sendeten die unterschiedlichen politischen Runden in den vergangenen Tagen unterschiedliche Signale. Eine pauschale Schließung wurde am Dienstag durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in den Raum gestellt, ehe am Mittwoch in den Bund-Länder-Beratungen wieder eine Inzidenzgrenze von 350 genannt worden war. Dortmund liegt aktuell noch darunter.

Nun hat sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW zu einer „inzidenzunabhängigen“ Schließung entschlossen. Wer dagegen verstößt, kann laut Verordnung mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belangt werden.

Der abrupte Club-Lockdown sorgte dort für Verwirrung, wo für Freitagabend noch Partys nach den bisherigen Regeln (2 G plus aktueller Test) geplant waren. Einige Besucher der teils ausverkauften Partys fragten nach, ob sie noch kommen dürfen oder nicht.

Am späten Nachmittag herrschte dann Klarheit: Die Verordnung tritt um 0 Uhr in Kraft, alle Partys wurden abgesagt. Das Geld für Tickets wird in der Regel zurückerstattet.

Abschiedsnachrichten auf den Social-Media-Seiten der Clubs

Auf den Social-Media-Seiten der Dortmunder Clubs waren im Verlauf des Nachmittags deshalb Nachrichten wie diese der Großmarktschänke zu lesen. „Wir haben gehofft wenigstens noch einmal mit euch gemeinsam den Abend verbringen zu können, doch daraus wird leider nichts. Ab morgen haben alle Clubs in NRW geschlossen. Wir sehen uns dann hoffentlich nächstes Jahr wieder.“

Etliche Dortmunder Clubs wie Junkyard oder Tresor.West hatten bereits in den vergangenen Tagen ihr Programm vorläufig gestoppt.

Das Nachtleben lag zwischen März 2020 und September 2021 komplett brach. In dieser Zeit, waren zwei Entwicklungen zu beobachten. Zum einen feierten viele im privaten Rahmen trotzdem weiter. Zum anderen gab es eine zunehmende Zahl an illegalen Partys in leer stehenden Gebäuden, Kellern oder der freien Natur.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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