Commerzbank im Stadtteil macht endgültig dicht - Weitere Nutzung offen

rnFiliale schließt

„Vorsorglich geschlossen“ steht auf der Internetseite der Commerzbank. Das war im März, als Corona kam. Corona ist noch da, die Commerzbank in Hombruch wird demnächst weg sein.

Hombruch

, 07.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Vorsorglich geschlossen“ steht auf der Internetseite der Commerzbank. Richtig ist: In absehbarer Zeit „endgültig geschlossen“. Die Hombrucher Filiale der Commerzbank liegt zentral an der Hombrucher Fußgängerzone, zwischen der Mayerschen Buchhandlung und der Parfümerie Pieper. Ein Eckgebäude an der Einmündung der Ginsterstraße.

An der Eingangstür hängen Zettel, die darüber informieren, dass die Bankfiliale wegen „wiederholtem Vandalismus ab 23 Uhr geschlossen“ ist - und es gibt Tipps, wie man in Zeiten der Pandemie kontaktlos bezahlen kann. Über die bevorstehende Schließung gibt es keine Informationen.

Vor wenigen Wochen hatte die Commerzbank eine Bilanz für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt. Man habe viele neue Kunden gewinnen können, hieß es. In Hombruch wird man vermutlich den einen oder anderen verlieren.

„Für mich ist das kein Problem, für meine Mutter schon“

Das sind jene, die nicht die „digitalen Kanäle“ nutzen. „Klar“, sagt eine junge Frau, die gerade die Mittagspause genutzt hat, um Geld abzuheben. Ja, sie habe gelesen, dass die Bank schließen werde. Für sie sei das kein Problem, aber „für meine Mutter schon“. Wie für ihre Mutter gehört die Bank für Generationen im Stadtteil dazu: Am 3. Juni 1961 eröffnete die Commerzbank hier eine Filiale.

Aber moderne Technik für Bankgeschäfte nutzen, das tun nach Meldung der Bank immer mehr. Die Pandemie hat diesen Trend beschleunigt - und so kommen immer weniger Menschen in die Filialen der Bank. Und die reagiert auf das veränderte Kundenverhalten. In Dortmund werden nun neben der Hombrucher Filiale auch die an der Münsterstraße und in Mengede nicht wieder öffnen.

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Sonja Habig ist Pressesprecherin Region Nord/West bei der Commerzbank. Sie versichert auf Anfrage, dass „das Kernteam von drei Mitarbeitern in den benachbarten Filialen unterkommt“.

Zusätzlich hätten Spezialisten zur Verfügung gestanden, die ab sofort für die Kunden in der Bank am Hansaplatz da seien. Wie das Gebäude im Herzen des Stadtteils künftig genutzt wird, ist noch völlig offen. Habig: „Wie das Gebäude nach unserem Auszug genutzt wird, ist uns nicht bekannt.“ Die Commerzbank hat die Räume gemietet. Weitere Angaben macht die Sprecherin nicht.

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Eines aber kann man wohl ausschließen: Dass es hier künftig eine Spielhalle geben wird. Erst vor wenigen Wochen habe der Rat eine so genannte Veränderungssperre für den Hombrucher Ortskern beschlossen, sagt Bezirksbürgermeister Hans Semmler. So wolle man auf jeden Fall eine Abwertung des Stadtteils vermeiden. Anlass für diese Entscheidung waren konkrete Pläne für solch ein Objekt an anderer Stelle.

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