Corona-Aus für Abibälle: Schülerinnen hoffen auf einen Ersatztermin

rnAbitur und Abiball

Für die 118 Abiturienten des Bert-Brecht-Gymnasiums ist die Absage ihres Abiballs im Juni traurige Gewissheit. Ganz oben auf ihrer Liste steht jetzt die rechtliche Absicherung.

Kirchlinde

, 15.05.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Wochen später als ursprünglich geplant sind die Abiturprüfungen in NRW am Dienstag (12.5.) gestartet. Am Bert-Brecht-Gymnasium (BBG) in Kirchlinde stehen dafür mehrere Räume zur Verfügung, darunter die Aula, um den nötigen Abstand einzuhalten. Lehrer tragen Masken, teils sogar Handschuhe.

Wer während einer Klausur den Duden nutzen möchte, muss sich die Hände desinfizieren. „Das ist schon etwas befremdlich, aber alles sehr gut durchorganisiert“, sagt Stufensprecherin Hanja Peuschel (18). Sie hat am Donnerstag (14.5.) ihre erste Abi-Klausur geschrieben: Pädagogik Leistungskurs.

Den Abschluss für alle 118 BBG-Abiturienten werden die mündlichen Prüfungen am 27. und 28. Mai (Mittwoch und Donnerstag) bilden. Danach folgen die Nachprüfungen. Und für den 19. Juni (Freitag) waren die Zeugnisvergabe und der Abiball geplant.

Zeugnisvergabe wird stattfinden

„Zeugnisvergabe und Abiball waren an unserer Schule schon immer getrennt, aber am selben Tag“, erklärt Hanja Peuschel. „Viele Mädchen, die schon Kleider gekauft haben, haben deshalb gleich zwei verschiedene.“ Sie selbst habe noch kein Kleid.

„Und wahrscheinlich werde ich auch erstmal keins kaufen, es lohnt sich ja leider gar nicht“, sagt sie.

Zwar sei trotz aller Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie eine Zeugnisvergabe auf dem Schulhof geplant, allerdings wegen der verschobenen Klausuren erst eine Woche später, am 26. Juni (Freitag), und voraussichtlich in zwei Abiturienten-Gruppen.

Die Stufensprecherin des Bert-Brecht-Gymnasiums (BBG) in Dortmund-Kirchlinde, Hanja Peuschel, hofft auf eine gute Lösung für den Abiball.

BBG-Stufensprecherin Hanja Peuschel hofft auf eine gute Lösung für den Abiball. © Schule

„Das ist natürlich besser, als wenn die Zeugnisse einfach per Post kämen, aber nicht so, wie man sich den Tag eigentlich gewünscht hätte“, sagt Hanja Peuschel. „Wir hoffen aber, dass es so normal wie möglich wird – dafür tut unsere Schulleitung auch viel.“

Die größte Katastrophe, vor allem für viele Mädchen der Stufe, bleibe die Absage des Abiballs, die schon jetzt traurige Gewissheit für die BBG-Schüler ist. Zwei Jahre lang hatten sie mit verschiedenen Aktionen Geld für den Abschluss-Abend gesammelt und aus dem eigenen Geldbeutel angezahlt.

Schüler wollen sich absichern

Mindestens 30.000 Euro waren für Saal, Catering und Security eingeplant, teils aus den Einnahmen der Schüler, teils durch die Eintrittskarten. Die Stufensprecherin rechnete mit 500 bis 800 Personen. Eine Anzahlung an den Saal-Vermieter haben die Schüler schon längst getätigt.

„Eine Mutter, die sich in dem Bereich gut auskennt, hilft uns jetzt, uns rechtlich abzusichern“, sagt Hanja Peuschel. „Sie möchte vertraglich regeln, dass wir Anspruch auf einen Ersatztermin oder im Notfall unser Geld haben.“

Der Vermieter habe zwar angekündigt, Alternativtermine anzubieten, sich jedoch bisher nicht weiter gerührt. „Wir rechnen aber im Moment frühestens im Winter mit unserem Abiball“, sagt Hanja Peuschel. Weil viele Schüler Ausbildung, Studium und Auslandsaufenthalte planen, müsse ein Ersatztermin mit der ganzen Stufe abgestimmt werden.

„Ich glaube zwar, dass der Trend insgesamt in Richtung Abiball geht, vor allem die Mädchen, mit kleinem Abstand die Mehrheit der Stufe, möchten natürlich gerne diesen besonderen Abend haben“, sagt Hanja Peuschel. „Aber je nachdem, wo dann alle sind, müssen wir vielleicht auch ein paar Dinge anpassen.“

Ein kleiner Abiball in der Aula?

Beispielsweise sei ein kleinerer Saal bei geringerer Teilnehmerzahl denkbar. Falls lediglich einige Schüler noch einmal ohne Familien ihren Abschluss zusammen feiern möchten, habe BBG-Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau bereits die Aula angeboten.

„Letztendlich wird es die Stufe gemeinsam entscheiden“, sagt Hanja Peuschel. Dass ihnen der geplante Abschluss genommen wurde, sei derzeit für alle komisch noch nicht ganz greifbar. „Aber erst einmal konzentrieren sich jetzt alle auf die Prüfungen.“

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