Keine Ausgangssperre mehr – Polizei Dortmund kündigt Großkontrollen an

Corona-Lockerungen

Die Dortmunder dürfen ab sofort nachts wieder auf die Straßen – die Ausgangssperre gilt seit Donnerstag nicht mehr. Die Polizei will das Wiederaufflammen alter Probleme eindämmen.

Dortmund

, 27.05.2021, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Polizei-Großkontrolle gegen die Auto-Szene auf Dortmunds Wall im Januar –Szenen wie diese wird es wohl in den kommenden Wochen wieder geben.

Eine Polizei-Großkontrolle gegen die Auto-Szene auf Dortmunds Wall im Januar – Szenen wie diese wird es wohl in den kommenden Wochen wieder geben. © Thomas Thiel

Mit dem konstanten Absinken der Corona-Inzidenz unter die 100er-Marke darf Dortmund die seit Ende April greifende Bundes-Notbremse wieder lösen. Damit gehört auch die erste Ausgangssperre in der Stadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Vergangenheit an.

Ab sofort dürfen sich die Dortmunderinnen und Dortmunder wieder zwischen 22 und 5 Uhr ohne Einschränkungen im öffentlichen Raum bewegen - wenn auch unter der Berücksichtigung der nach wie vor geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen.

Dass nachts wieder Menschen in der Stadt unterwegs sein dürfen, hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Dortmunder Polizei. „Die kommenden Freiheiten werden unserem gesellschaftlichen Leben gut tun“, lässt sich Polizeipräsident Gregor Lange in einer Pressemitteilung zitieren. „Ich freue mich, dass auch die Polizei wieder mehr Nähe zu allen Bürgerinnen und Bürgern haben kann.“

Gleichzeitig stellt sich die Polizei aber auch auf die Rückkehr einiger Phänomene des Dortmunder Nachtlebens ein, die wohl nur wenige Dortmunder vermisst haben werden.

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Wer am Wall oder an Teilen des Phoenix-Sees wohnt, wird wohl noch nie so ruhig geschlafen haben wie in den vergangenen fünf Wochen: Eine Nebenwirkung der Ausgangssperre war, dass die an beiden Orten sonst sehr aktive Auto-Szene ausgebremst wurde.

Der nun erwarteten Rückkehr der Szene an ihre Lieblings-Treffpunkte will die Polizei so gut es geht Einhalt gebieten: Sie greift dafür erneut auf das Instrument der „strategischen Fahndung“ zurück, die Lange „für die kommenden Wochen“ angeordnet hat. Die strategische Fahndung erlaubt es der Polizei, ohne konkreten Verdacht Personenkontrollen durchzuführen.

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Dafür kündigt die Polizei Schwerpunkteinsätze gegen die „Raserszene“ am Wall, auf Phoenix-West und rund um den Phoenix-See an - offenbar soll die Null-Toleranz-Politik samt Großkontrollen und nächtlichen Wall-Sperrungen nun fortgesetzt werden, mit der Polizei und Stadt schon im Winter versuchten, die Szene aus Dortmund zu verdrängen.

Die Polizei habe viel Verständnis für den Freiheitsdrang nach den langen Einschränkungen, heißt es in der Pressemitteilung. „Wer jedoch Lockerungsmaßnahmen fehlinterpretiert und für illegale Autorennen, Verkehrsgefährdungen, Lärmbelästigung oder Vermüllung nutzt, der wird es in der nächsten Zeit häufiger mit der Polizei zu tun bekommen.“

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Ebenfalls wieder verstärkt werden sollen laut Polizei die Schwerpunkteinsätze zur Bekämpfung krimineller Strukturen und Clankriminalität, vor allem in der Nordstadt. Am Wochenende werden zusätzliche Polizeikräfte im Einsatz sein: „Wir wollen, dass dieser Öffnungsprozess für alle ein positives Erlebnis wird.“

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