Verhindertes Brautpaar: „Wir freuen uns für alle, die jetzt groß feiern dürfen“

rnCorona-Lockerungen

Seit dem 15. Juli sind Hochzeitsfeiern mit 150 Gästen erlaubt. Wie fühlt sich das für unser „Corona-Bautpaar“ an, das wegen Covid-19 im Frühjahr seine Hochzeit in Weiß samt Feier canceln musste?

Marten

, 16.07.2020, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ronja (29) und Sebastian Fleuter (32) erlebten im Frühjahr ihren persönlichen Corona-Albtraum: Im April 2020 wollten sie kirchlich heiraten und anschließend mit 60 Gästen im Haus Wischlingen feiern.

Doch die Coronavirus-Pandemie durchkreuzte kurzfristig sämtliche Hochzeitspläne der jungen Leute aus Marten. Einzig eine einsame Standesamt-Trauung im Stadthaus war am 14. April aufgrund des damals geltenden Kontaktverbots möglich. Selbst eine Feier im kleinen Familien-Kreis fiel flach.

Drei Monate später sieht die Corona-Welt - scheinbar - ganz anders aus. Seit dem 15. Juli dürfen Brautpaare mit 150 Gästen feiern. So hat es das Nordrhein-Westfälische Kabinett in der vergangenen Woche entschieden.

Wie fühlt sich diese neue Verordnung für Ronja und Sebastian Fleuter an, die ihre kirchliche Trauung auf das kommende Frühjahr 2021 verschoben haben und mit den Hochzeits-Planungen wieder bei Null anfangen mussten?

„Wir sind jetzt glücklich und zufrieden“

„Wir freuen uns für alle Brautpaare, die jetzt wie geplant heiraten und groß feiern dürfen“, sagt Ronja Fleuter. Es sei nämlich schon ziemlich nervenaufreibend, eine Hochzeitsfeier zweimal planen zu müssen. Natürlich wäre es auch für sie und ihren Mann schön gewesen - wie geplant - kirchlich heiraten zu können, räumt die 29-Jährige ein.

„Doch jetzt ist alles gut so, wie es ist. Wir liegen mit unseren Planungen in den letzten Zügen und verschicken in Kürze die Einladungen“, so die Martenerin. Am 24. April 2021, am Hochzeitstag der Großeltern, wollen sie und ihr Sebastian in der evangelischen Immanuel-Kirche heiraten und anschließend in Dortmunds Bier-Restaurant „Hopfen und Salz“ in Lütgendortmund feiern. „Wir sind jetzt glücklich und zufrieden.“

Nur aus der Ferne konnten Freunde und Familie dem „Corona-Brautpaar“ nach der standesamtlichen Trauung gratulieren.

Nur aus der Ferne konnten Freunde und Familie dem „Corona-Brautpaar“ nach der standesamtlichen Trauung gratulieren. © Stephan Schuetze

Lockerungen sind für die junge Krankenschwester nicht nachvollziehbar

Bei aller Freude für die zukünftigen Brautpaare und auch für die Event- und Gastrobranche, wirklich nachvollziehen könne sie als Krankenschwester die neuen Lockerungen aber nicht, betont Ronja Fleuter. „Die Gefahr ist noch lange nicht gebannt, wir haben doch nur deshalb diese niedrigen Fallzahlen, weil wir bislang die Abstands- und Hygiene-Regeln einhalten.“ Man habe noch keinen Impfstoff, noch kein Gegenmittel, so die junge Krankenschwester, deshalb sehe sie große Zusammenkünfte weiterhin sehr kritisch.

Dass eine neue Corona-Welle im nächsten Frühjahr ihre Heirats- und Feier-Pläne möglicherweise erneut durchkreuzen könnte, diesen Gedanken lässt das junge Paar erst gar nicht zu. „So viel Pech kann man doch gar nicht haben“, sagt Ronja Fleuter.

Holzwurm-Befall der Wischlinger Kapelle war die erste Hiobsbotschaft

Damit spielt sie auch auf den Holzwurm-Befall der Wischlinger Kapelle an. Diese Nachricht war vor der Corona-Krise die erste Hiobsbotschaft für das junge Paar. Im November 2019 mussten sich die beiden von ihrer Traum-Location verabschieden und eine Ersatz-Kirche suchen - nicht ahnend, dass sie sich auch dort nicht zum geplanten Termin das Ja-Wort geben würden.

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Ihren persönlichen Corona-Schock hätten sie mittlerweile verdaut, betont Ronja Fleuter. Man habe die Sache abgehakt. „Corona soll uns einfach nicht beherrschen. Wir konzentrieren uns jetzt auf unseren Haus-Umbau und auf unsere Arbeit. Abends sind wir dann erschöpft und wollen einfach nur entspannen.“

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