Erster Schultag nach den Herbstferien: Im Zwiebel-Outfit zum Unterricht

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Maske tragen, Stoßlüften, Abstand halten - die Herbstferien sind vorbei, der Unterricht geht weiter. Ein Huckarder Schulleiter zieht eine Resonanz des ersten Schultags und warnt vor dem Winter.

Huckarde

, 26.10.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rote und gelbe Blätter liegen auf dem Schulhof der St.-Urbanus-Grundschule in Huckarde, Kinder tollen herum und alle tragen eine Maske. Dortmund hat den ersten Schultag nach den Herbstferien hinter sich gebracht, doch schon jetzt klagen Eltern in den Sozialen Medien darüber, dass ihre Kinder frierend im Unterricht saßen.

Hubert Pauli, Schulleiter der St.-Urbanus-Grundschule, zieht eine Bilanz des ersten Schultags. Grundsätzlich sei alles so gelaufen wie geplant, berichtet er auf Anfrage der Redaktion. Kinder, die in einem Risikogebiet im Ausland Urlaub gemacht haben, hätten einen negativen, maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorweisen müssen.

„Einige sind in Quarantäne und andere haben das Attest nicht dabei gehabt“, bemerkt Pauli. Allerdings gehe noch ein Schreiben an die Eltern raus, die bestätigen müssten, dass sie tatsächlich außerhalb eines Risikogebiets Urlaub gemacht hätten.

Schüler sind pflichtbewusst

Innerhalb der Schule gelten die gleichen Regeln wie vor den Herbstferien. Der Schulunterricht finde zeitversetzt statt, auch gelte weiterhin die Maskenpflicht. Doch Pauli freut sich über das Pflichtbewusstsein seiner jungen Schüler. „Für viele Kinder ist es eine absolute Selbstverständlichkeit, die Maske im Gebäude oder auf dem Schulhof zu tragen“, freut er sich. Das ist wichtig, denn Huckarde gilt als einer der Corona-Hotspots in Dortmund.

Die Pausensituation bewertet Pauli als entspannt. Die St.-Urbanus-Grundschule verfüge über viel Platz, sodass der Schulhof gut nach Jahrgängen aufgeteilt werden könne. „Die Schüler sind nur innerhalb ihres Jahrgangs unterwegs“, sagt Pauli.

Niemand außer Lehrern und Schüler soll das Schulgebäude der St.-Urbanus-Grundschule in Dortmund-Huckarde betreten.

Niemand außer Lehrern und Schüler soll das Schulgebäude betreten. © Privat

Eltern warten draußen

Doch er weiß, dass dies nicht nur positiv ist. „Den Kindern geht der Kontakt zu den Nachbarjahrgängen verloren, so bleiben etwa die Zweitklässler unter sich, ohne mit den Erstklässlern oder den Drittklässlern spielen zu können.“ Doch zu Problemen habe dies am Montag nicht geführt.

Außerdem dürfte sich auf dem Schulhof niemand aufhalten, der nicht zum Schulbetrieb gehört. Das heißt auch für Eltern: draußen bleiben. „Eltern sollen nur auf das Schulgelände kommen, wenn sie etwas Wichtiges zu regeln haben“, betont Pauli. Da der Schulhof jedoch auch als Durchgangsweg zwischen der Roßbachstraße und der Kirschensteinerstraße dient, sei etwas „Publikumsverkehr“ nicht zu vermeiden.

Querlüften oder Stoßlüften?

Die Sporthalle bliebe diese Woche noch geschlossen, bis man sich darauf geeinigt habe, wie die Sicherheit der Schüler gewährleistet werden könne, sagt Pauli. „Die Klassen können nicht einfach in die Umkleide, und Klassen hintereinander in die Sporthalle zu schicken, ist auch schwierig. Außerdem müssen wir schauen, ob es reicht, zwischendurch zu lüften.“ Ob die Sporthalle wieder geöffnet wird, bleibt daher noch unklar.

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Schwieriger gestaltet es sich in den Klassenräumen. Denn die können nicht einfach mal geschlossen bleiben. „Heute hat das alles funktioniert, Stoßlüften ist gut möglich“, erklärt Pauli. Querlüften gestalte sich schon schwieriger, denn die Klassen haben auf einer Seite kleine Fenster, die sich schwierig öffnen lassen. Im Sommer habe man sie einfach offen stehen lassen.

In den Klassenräumen könnte es in den nächsten Tagen kalt werden.

In den Klassenräumen könnte es in den nächsten Tagen kalt werden. © dpa

Kein Zuschuss für Luftfilter

Doch Pauli ist sich bewusst: Es wird kälter. „Es wird ein Problem sein, das durchzuhalten, wenn die Temperaturen sinken“, gesteht er. Fraglich sei, wie lange sich Klassenräume noch in einem Temperaturbereich befänden, in dem das Lehren und Lernen dann noch Sinn mache. „Da bin ich eher skeptisch.“

Er habe bereits den einen oder anderen Schüler beobachtet, der mit einer Decke zur Schule kam. Andere hätten sich besonders warm angezogen. „Jetzt ist es noch mild“, äußert sich Pauli besorgt. Auf Dauer halte er konsequentes Lüften für kein sehr überzeugendes Konzept.

Doch die Nutzung von Luftfiltern zur Filterung von Aerosolen sei ebenfalls keine Lösung, einen Zuschuss auf die Geräte erhalten aktuell nur diejenigen, deren Räum nicht gut zu belüften seien. Ein Gerät kann zwischen 1000 und 3000 Euro kosten.

Unbeantwortete Fragen

„Selbst wenn wir diese Möglichkeit in Betracht ziehen, kann ich dann ein solches Gerät zeitnah beschaffen, gibt der Markt das her, wie viele Geräte bekomme ich, wann werden sie geliefert?“

Außerdem sei fraglich, ob die Geräte Klassenraum-tauglich seien. „Wie laut ist es, läuft es kontinuierlich, wo bringe ich es im Klassenraum unter?“, fragt sich Pauli. Nach zwei Wochen Herbstferien sind all dies noch unbeantwortete Fragen.

Für die Zukunft seien Luftfiltersysteme eine Option, so Pauli. „Ich gehe nicht davon aus, dass dies die einzige Pandemie bleiben wird.“

Für die kalten Wintertage sollten sich Schüler einen Pulli mehr einpacken.

Für die kalten Wintertage sollten sich Schüler einen Pulli mehr einpacken. © picture alliance/dpa

Skiunterwäsche und Zwiebellook

Die beste Lösung sei, kleinere Klassengruppen zu bilden, um die Abstandsregeln besser einhalten zu können. Doch hier fehle das Personal.

Was Pauli den Schülern und Eltern nun rät, ist: sich warm anziehen. „Skiunterwäsche kaufen“, schlägt er mit einem Lachen vor. „Sich witterungsbedingt anpassen und im Zwiebellook kleiden.“

Damit führen die Schüler am sichersten. Und sollte die Situation noch schlimmer werden, so hat Pauli den verwegenen Vorschlag gehört, den Unterricht nach draußen zu verlegen. Dann wäre immerhin das Lüftungsproblem gelöst.

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