Meerschweinchen, Kaninchen und Co tummeln sich aktuell mehr als sonst in den Gehegen des Dortmunder Tierheims. © Oliver Schaper (A)
Tierschutz

Corona füllt das Kleintier-Gehege im Dortmunder Tierheim

In manchen Städten sind die Tierheime wegen Corona mit Hunden und Katzen überfüllt. Nicht so in Dortmund. Dort sind es andere Tiere, die sich zurzeit vermehrt in Boxen und Gehegen tummeln.

Während des Lockdowns haben sich viele Menschen im Homeoffice Tiere angeschafft, allerdings nicht immer gut überlegt. In anderen Städten bekommen das jetzt die Tierheime zu spüren, wie zum Beispiel in Essen. Dort ist man bei der Aufnahme von Katzen und Hunden am Limit.

Anders in Dortmund. „Wir können das so nicht feststellen. Davon sind wir verschont geblieben“, sagt Maximilian Schauerte, Tierpfleger im hiesigen Tierschutzzentrum auf Anfrage der Redaktion. Allerdings sei in einem Bereich ein Anstieg bei den Aufnahmen zu verzeichnen.

„Wir haben zurzeit im Kleintierbereich mehr Kaninchen, kleinere Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster sowie mehr Vögel“, sagt Schauerte. Die Tierheim-Mitarbeiter hätten darüber nachgedacht, warum das so ist – und sind zu einem Schluss gekommen.

Keine enge Bindung zu kleinen Nagetieren

Da werde während des Lockdowns für das Kind ein Hamster gekauft, so Schauerte, und der lande in einem kleinen Käfig. Die Bindung zu diesen Tieren sei nicht so eng wie bei Katzen oder Hunden. Und dann gebe man sie auch schneller wieder ab.

Maximilian Schauerte ist Tierpfleger im Dortmunder Tierheim.
Maximilian Schauerte ist Tierpfleger im Dortmunder Tierheim. © Tierheim Dortmund

Zum Glück hat das Tierheim umgebaut und gleichzeitig den Kleintierbereich ausgebaut, einschließlich einer Außenanlage für Kaninchen. „Deshalb haben wir jetzt Platz für bis zu 80 Kleintiere“, sagt Schauerte. Aktuell sind es knapp 50 Kleintiere, die das Dortmunder Tierheim beherbergt.

Auch in den Volieren ist genug Platz, sodass die gefiederten Bewohner noch gut zusammenrücken können, wenn nach der tierärztlichen Untersuchung plötzlich weitere zehn Wellensittiche einziehen. Schauerte: „Die kann man alle zusammen halten.“

Mehr Anfragen zur Abgabe von Tieren

Und noch eines haben die Tierpfleger im Dortmunder Tierheim registriert: „Es gibt mehr Anfragen von Leuten, die ihr Tier abgeben wollen“, berichtet Schauerte. Sie sagten zwar nicht, dass sie sich wegen Corona das Tier angeschafft hätten und jetzt wieder abgeben wollten, sondern meist heiße es, die Lebensumstände hätten sich geändert.

Die Tierpfleger fragten dann erst mal nach, woher das Tier stammt, erläutert Schauerte. Sollte es von einem Tierschutzverein gekommen sein, versuche man alles, es dahin zurückzugeben. Manchmal sei das Tierheim auch nur als Vermittler tätig, sodass das Abgabetier gleich in sein neues dauerhaftes Heim einziehen kann.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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