Dortmund soll bis zu 3000 Corona-Impfdosen pro Tag bekommen

Standortsuche für Impfzentrum läuft

Noch im Dezember sollen auch in Dortmund die ersten Corona-Impfungen starten. Bis zu 3000 Impfungen könnte es pro Tag in der Stadt geben - aber wo?

Dortmund

, 24.11.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Impfungen gegen das Corona-Virus soll es bald auch in Dortmund geben.

Impfungen gegen das Corona-Virus soll es bald auch in Dortmund geben. © dpa (Symbolbild)

So viel steht fest: Auch in Dortmund soll es ein Corona-Impfzentrum geben - eines von 53 in ganz NRW. Wo genau es untergebracht wird, wird voraussichtlich in der ersten Dezember-Woche festgelegt. Denn noch gibt es für die Stadt viele offene Fragen.

„Wir wissen vieles noch nicht“, berichtete am Dienstagmittag Matthias Gahlen, der als Geschäftsführer des städtischen Krisenstabs am Montag an einer Telefonkonferenz mit dem NRW-Gesundheitsministerium teilgenommen hatte.

Klar ist nur das grobe Prozedere. „Der Bund kauft den Impfstoff und verteilt ihn an die Länder“, berichtet Gahlen. Von dort wird er an die Kommunen weiterverteilt. Vor Ort sind dann die Kassenärztlichen Vereinigungen für den medizinischen Teil - also das eigentliche Impfen - verantwortlich, die Städte für den organisatorischen Teil.

Bis zu 3000 Impfdosen am Tag

Dafür laufen nun die Vorbereitungen, berichtete Gahlen. Er gehe davon aus, dass die Menge der Impfdosen im Dezember nur für einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung reichen wird. Man richte sich auf 2000 bis 3000 Impfdosen pro Tag in Dortmund ein.

Bevorzugt behandelt werden sollen nach den bisherigen Vereinbarungen sogenannte „vulnerable Gruppen“, also ältere Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen, die in kritischen Bereichen arbeiten wie etwa bei der Polizei, und medizinisches Personal.

Das Pflegepersonal werde in den Krankenhäusern selbst geimpft werden können, erläutert Gahlen. Ältere und pflegebedürftige Menschen werde man mit mobilen Teams erreichen müssen. „Das wird eine besondere Herausforderung“, sagt Gahlen.

Offene Fragen zum Impfstoff

Die meisten anderen Impfwilligen sollen in einem Impfzentrum behandelt werden - in der Regel wird das eine große Halle, die gut erreichbar ist. Ob dafür etwa die Westfalenhallen infrage kommen, wird noch geklärt.

Eine der zentralen Fragen ist dabei, welcher Impfstoff zum Einsatz kommt und wie er zu behandeln ist. Bislang gehe man von einem komplizierten Impfstoff aus, der bei etwa -70 Grad transportiert werden muss und nach der Aufbereitung sechs Stunden lang verimpft werden kann, erklärt Gahlen.

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„Wir wissen noch viel zu wenig, über den Impfstoff“, beklagt auch Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. Man gehe aktuell davon aus, dass jeder Patient zweimal geimpft werden müsse. „Aber da befinden wir uns im Moment ein wenig im luftleeren Raum“, sagt Renken.

Der Gesundheitsamts-Chef warnt auch vor übertriebenen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie. Auch wenn sich die Infektionszahlen in Dortmund aktuell auf hohem Niveau zu stabilisieren scheinen, gehe er davon aus, dass sie im Winter noch einmal ansteigen werden. Renken: „Ich sehe da noch eine ganz lange Zeit vor uns.“

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