Online-Gottesdienste: Kirchengemeinde setzt auf professionelle Technik

rnCoronavirus

Keine Gottesdienste während der Corona-Krise? Nicht ganz. Auch die Dortmunder Kirchengemeinde St. Ewaldi setzt auf Videoübertragung bei YouTube, streamt die Messe aber bewusst nicht live.

Aplerbeck

, 02.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sei schon ein Umdenken, sagt Pfarrer Ludger Hojenski, Leiter der katholischen Pfarrei St. Ewaldi Dortmund. Statt vor einem gut gefüllten Kirchenraum an der Egbertstraße zu stehen oder in einer der weiteren Kirchen der Gemeinde, hält er die Predigt im Moment vor der Kamera ab. Seit dem 21. März ist das so.

Anstelle eines Gottesdienstes vor Ort gibt es den Gottesdienst in diesen Corona-Zeiten immer ab Samstagabend auf YouTube zu sehen. Und es scheint, als ob diese technische Neuerung, die natürlich aus der Not geboren ist, gut bei den Gemeindemitgliedern ankommt.

Viel Zuspruch nach der ersten Ausstrahlung des Gottesdienstes

So wurde der erste Online-Gottesdienst mehr als 800-mal aufgerufen. „Es gab viele, ausschließlich positive Rückmeldungen. Viele haben sich diese Andacht genau zu ihrer Gottesdienstzeit sonntags angeschaut“, sagt Hojenski.

Aber wie funktioniert das Ganze? „Wir produzieren immer am Freitagnachmittag“, sagt Ludger Hojenski. Der Gottesdienst wird von einer Technik-Crew aus der Gemeinde aufgenommen, geschnitten und mit weiteren Bildern ein wenig „aufgepimpt“.

Technisches Equipment aus dem Fernsehgottesdienst 2016

Vorbereitet werden die Andachten von einem Mitglied des Pastoral-Teams St. Ewaldi sowie einem Team aus drei Ehrenamtlichen, die sich um die Technik, das Licht und den Schnitt kümmern. „Dabei nutzen wir die Erfahrungen und das technische Equipment, das wir nach dem ZDF-Fernsehgottesdienst 2016 erworben haben“, sagt Ludger Hojenski.

Jetzt lesen

Doch es gibt, gegenüber dem ZDF-Fernsehgottesdienst, eine Besonderheit: „Wir haben uns entschieden, nicht live zu senden. Dann wirkt das Ganze doch ein wenig trübe. Die leere Kirche sorgt nicht gerade für positive Stimmung“, so der Pfarrer. Also hat man in St. Ewaldi ein anderes Format gewählt.

Gottesdienst dauert nicht mehr 45 Minuten

Doch es hat sich auch etwas an der Länge der Messe geändert. Dauert ein normaler Gottesdienst rund 45 Minuten, sind es bei den Online-Messen nur gut 20 Minuten. Zudem werden in den Online-Auftritten auch verschiedene Themenpunkte gesetzt.

Jetzt lesen

Zum Beispiel war am Sonntag (29.3.) Miserio-Tag. So war im ausgestrahlten Gottesdienst neben Pfarrer Hojenski auch Karl-Heinz Göbel (Eine-Welt-Kreis) vor der Kamera zu sehen.

Gemeindemitglieder sind zeitlich völlig unabhängig

Der Vorteil an diesem Prozedere sei, dass sich die Menschen selbst aussuchen könnten, wann sie den Gottesdienst sehen. Die Gemeindemitglieder sind in dieser Corona-Krise nicht mehr an feste Zeiten gebunden.

Ein weiterer Vorteil sei die Verbreitung. „Ich habe Rückmeldungen aus München bekommen, dass man dort den Gottesdienst verfolgt habe“, sagt Hojenski.

Weiter an der Online-Messe arbeiten

Man müsse sich noch überlegen, wie auch die älteren Menschen, die keinen Zugriff zum Internet haben, die Messe besser verfolgen könnten. Im Altenzentrum St. Ewaldi hatte man da schon eine Idee: Die Andacht wird auf einen USB-Stick geladen und kann so auch ohne Internetanschluss geschaut werden.

Und wie sieht es nach Corona aus? Natürlich gibt es in St. Ewaldi dann auch wieder die „normalen Gottesdienste“. „Aber ich glaube, dass von Online-Messen auch etwas bleiben wird“, sagt Hojenski. Wie das am Ende aussehen wird?

„Es ist bestimmt eine gute Möglichkeit, um mehr Menschen zu erreichen.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt