Corona-Krise trifft Brackeler Tanzsportclub Heaven and Hell hart

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Der Brackeler Tanzsportclub Heaven and Hell würde ein längerfristiges Kontaktverbot finanziell kaum durchhalten. Dennoch bietet der Verein im Internet ein kostenloses Mitmachangebot an.

Brackel

, 04.04.2020, 10:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu denen, die unter der Corona-Krise zu leiden haben, gehört auch der Brackeler Tanzsportclub Heaven and Hell. Zwar fließen die Mitgliedsbeiträge weiterhin, aber die Gebühren für die vielen Kurse fallen weg. Und die fehlen dem Verein ganz massiv, wie die Tanzlehrerin und engagierte Kümmerin Svenja Cotte sagt.

Schließlich will die Miete – ein Betrag im vierstelligen Bereich – für das große Vereinsheim mit Tanzsaal am Wieckesweg 43 bezahlt werden. Höchstens zwei Monate halte der Verein das durch, danach würde es schwierig werden. Cotte hoffe nun auf einen Förderschirm, den es möglicherweise auch für Vereine geben soll. Der Stadtsportbund habe über Derartiges informiert.

Step Aerobic und Tabata bei Facebook

Sport gibt es allerdings dennoch beim TSC Heaven and Hell – aber im Internet. Man könne der Facebook-Gruppe des Vereins beitreten und dann montags von 18.30 bis 19.30 Uhr nach Anleitung beim Step Aerobic mitmachen und mittwochs ebenfalls von 18.30 bis 19.30 Uhr bei einer Tabata-Einheit. Das ist ein Fitness-Workout, das gut geeignet ist zur Fettverbrennung und zum Muskelaufbau.

So sieht es beim TSC Heaven and Hell aus, wenn es keine Kontaktverbote gibt.

So sieht es beim TSC Heaven and Hell aus, wenn es keine Kontaktverbote gibt. © TSC Heaven an Hell

Und weil der Verein, wie Svenja Cotte sagt, aus der Corona-Krise keinen Profit schlagen will, sind diese Facebook-Kurse kostenlos. Auch wer nicht Mitglied des Vereins sei, dürfe gerne mitmachen.

Das gelte auch für die Mitglieder in anderen Vereinen – wobei die Trainerin betont: „Wir wollen auf keinen Fall anderen Vereinen ihre Mitglieder abwerben. Wir wollen lediglich Menschen, die jetzt zu Hause sitzen und sich vielleicht wegen der Bewegungslosigkeit unwohl fühlen, die Möglichkeit geben, etwas Sport unter Anleitung zu treiben.“

„Wenn ich keinen Sport treibe, werde ich unausstehlich“

Sie kenne das von sich selbst. Wenn sie keinen Sport machen könne, werde sie unausstehlich. Für Svenja Cotte, die einen Bürojob in der Steuerabteilung bei der Conti hat, sei Sport ein sehr wichtiger Ausgleich. Und für die Facebook-Anleitungen fährt sie sogar ins Vereinsheim, um sie dort aufzunehmen.

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Immerhin 71 Teilnehmer habe es bei der jüngsten Einheit gegeben – viel mehr als in den Kursen, die sonst stattfinden und in denen die Menschen wirklich vor Ort sind. Blöd sei nur, dass sie nicht sehe, ob die Teilnehmer ihren Anweisungen folgen, sagt sie. Manchmal mache sie sich einen Spaß und rufe trotzdem etwas wie „Nun aber etwas mehr Einsatz!“

Eine ganze Stunde Zumba, Hip Hop für Jugendliche und Kindertanzen gibt es dort übrigens auch – dann jedoch nicht live, sondern als Video-Konserve.

Svenja Cotte sagt abschließend: „Ich hoffe jetzt einfach, dass es auch irgendwann mal wieder gut ist mit den Kontaktbeschränkungen. Man steht schon etwas unter Dampf.“

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