Corona macht’s nötig: Frisuren mitte Küchenschere

rnGlosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: Corona-Frisuren.

von Bruno Knust

Dortmund

, 18.04.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, die ersten ganz vorsichtigen Lockerungen fürde Nach-Coronazeit sind jetz eingeläutet und dat ganze passiert wegen Angst vorm Jo-Jo-Effekt ersma nur in ganz kleine Schritte. Tippelschritte besser gesacht. Auch wenn du als Wirt noch Pech hass weile dich beruflich für Gastronomie entschieden hass und noch länger umme Existenz zittern muss erkennt man wenichstens dat sich die Welt endlich widda etwas dreht.

Wer nich inne Kneipe darf trinkt eben zu Hause so wie wir dat auch grade widda machen vorm Skype-Bildschirm und wenne inne Läden keine Klamotten kaufen kannz wird die Nähmaschine rausgekramt und selbs geschneidert. Vonne Schutzmaske bis zur Boller-Buxe machste jetz alles selbs. Mein Nachbar hat sich und seine Frau sogar die Haare selbs geschnitten weil Not erfinderisch macht.

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Alle wolln die Zeit bis zum endgültigen Ende vom Lockdown irgendwie sinnvoll nutzen und unsern Nachbarn lachte plötzlich die Küchenschere an. Dat Frisuren widda in Form gebracht werden tut ja neben der Optik oft auch der Seele gut und nich umsonst iss der Friseurbesuch schon seit eh und jeh Ausdruck der persönlichen Hygiene eines jedes Einzelnen.

Dat Problem war nur dat der Nachbar sein eigenen Kopp nich überall sehn konnte und sein Schnipp-Schnapp-Selbstgemacht Versuch darum sehr ambitioniert und individuell aussah wat abba seinen Ehrgeiz weckte. Im Internet hatta sich dann beim bekanntesten Versandhandel dat „Starterset“ bestellt und neben Kamm und Schere war auch Nackenbürste und Handspiegel dabei.

So perfekt ausgestattet hatta sich als Abschnitts-Gefährte seiner Frau ein bisken Mut angetrunken wat Ihn leider zur rustikaleren Vorgehensweise verleitete und durch sehr verhaltene Entzückung seiner Gattin gutiert wurde.

Wat ab iss iss nemmlich ab und widerspricht dann mittem Ergebnis auch schomma hier und da dem menschlichen Streben nach Schönheit abba neue Frisuren sind eben auch ein Spiegel ihrer Zeit und ich möchte nich wissen wieviele heimwerkelnde Doatmunda aus Not odda Langeweile heraus den Lockenschmied und Frisenleger gespielt ham und sich dann Corona-Gulasch auffe Birne besorgten.

Hömma, Fritz, abba dat wird nich auffallen weil wir alle nach wochenlang Lockdown aum Kopp wie Notstandsgebiete aussehn und wenn die Friseure nich bald widda öffnen werden garantiert 90 Prozent aller Blondinen verschwunden sein. Prost.

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