Taxi-Fahrer schenkt Dortmunder Seniorin (82) Klo-Papier aus eigenem Vorrat

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Hamsterkäufer machen anderen das Leben schwer. Das musste Gertrud Bürgstein aus Dortmund erfahren. Ihre Suche nach Klo-Papier hatte dennoch ein Happy End. Wer ist der hilfsbereite Taxi-Fahrer?

Wellinghofen

, 07.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder appellierte die Politik in den vergangenen Wochen an die Bürger, das Hamstern von Lebensmitteln und Toilettenpapier zu unterlassen. Und immer noch gibt es eine Vielzahl von Menschen, die das ignorieren – zum Leidwesen ihrer Mitmenschen.

Diese Art von Rücksichtslosigkeit bescherte der Wellinghoferin Gertrud Bürgstein jetzt einen teuren Spießrutenlauf. Die 82-Jährige ist beim Gehen auf die Hilfe eines Rollators angewiesen, um weitere Wege zu bewältigen, ruft sie sich ein Taxi.

Als Gertrud Bürgstein nun Toilettenpapier einkaufen wollte, versuchte sie im Vorfeld, auf Nummer sicher zu gehen, um unnötige Taxi-Kosten zu vermeiden. Sie erzählt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sie sich vor dem Einkauf telefonisch im Drogeriemarkt erkundigt habe, gefragt hätte, ob Toilettenpapier verfügbar wäre – und am anderen Ende der Leitung habe man ihr zugesichert, dass es noch einen Vorrat geben würde.

Enttäuschung in der Drogerie

Also rief sich Gertrud Bürgstein ein Taxi. Sie sei losgefahren – doch in der Drogerie angekommen, erwartete sie eine böse Überraschung. „Es gab kein Toilettenpapier mehr“, erzählt die 82-Jährige.

Enttäuscht sei sie zum auf sie wartenden Taxi zurückgekehrt. „Der Fahrer hat dann weitere Geschäfte in der Nähe abgefahren, aber da gab es auch nichts mehr", sagt Gertrud Bürgstein.

Immerhin: Beim Rewe Weber in Wellinghofen sicherte man der Kundin zu, sie zu informieren, sobald eine neue Lieferung Toilettenpapier verfügbar wäre.

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Der Taxifahrer habe ihr während der Tour erzählt, dass er in Schüren wohne, dort habe er noch Toilettenpapier in einem Supermarkt bekommen können. „Aber nach Schüren und wieder zurückzufahren, war mir zu weit und zu teuer", so die Seniorin.

Nachdem man noch weitere Geschäfte in Wellinghofen abklapperte und nicht fündig wurde, sei sie letztlich nach Haus zurückgefahren. „Die ganze Fahrerei hatte mich über 30 Euro gekostet. Aber Toilettenpapier hatte ich immer noch keines", sagt die Seniorin.

Überraschung am Abend

Gegen 19.30 Uhr am Abend habe es dann ganz unverhofft an ihrer Tür geklingelt. Als Gertrud Bürgstein öffnete, stand besagter Taxi-Fahrer vor ihrer Tür. Der – und so etwas nennt sich dann wohl Hilfsbereitschaft – habe ihr eine Packung Toilettenpapier aus seinem Vorrat mitgebracht.

„Ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass es noch so liebe Menschen wie den Taxi-Fahrer gibt", sagt die Wellinghoferin. Nur habe sie in all der Aufregung den Mann nicht nach seinem Namen gefragt.

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