Gänsehaut-Video: 50 Musiker singen in Dortmunds erstem „Mosaik-Chor“

rnVideo-Chorperformance

Um der Coronakrise zu trotzen, hat der Kammerchor Total Vokal Dortmund ein besonderes Video veröffentlicht. Beteiligt waren weitere Chöre aus halb NRW. Das Ergebnis des Projektes ist grandios.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 07.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es kommt letztendlich darauf an, ob die Heimkino-Boxen ein konzerthausartiges Erlebnis hergeben. Ist das der Fall: grandios. Doch auch falls nicht, hört man selbst durch den Laptoplautsprecher, dass der Kammerchor Total Vokal aus Dortmund am Samstag zusammen mit anderen Chören ein außergewöhnlich gutes Projekt online gestellt hat.

50 Mitglieder präsentieren "Psalm 1844" von Mendelssohn Bartholdy

Zu sehen und zu hören sind 50 Mitglieder der Chöre "Kammerchor Total Vokal Dortmund", "Konzertchor Gelsenkirchen", "Chor Germania Leichlingen", "Chor 61 Cantus Mundi Köln" und die "Chorvereinigung Walberberg", die zu einem Mosaik zusammengefügt den Psalm 1844 von Mendelssohn Bartholdy darbieten.

Die Aktion ist ein Projekt, das sich Juliano Suzuki, musikalischer Leiter von Total Vokal, für die Zeit der Coronakrise ausgedacht hat: "Da im Moment keine Chorproben stattfinden können, war es mir wichtig, dass die Mitglieder trotzdem weiterhin motiviert bleiben. Jetzt sind alle Mitwirkenden sehr stolz auf das Endresultat, das auf Youtube zu sehen ist", sagt Juliano Suzuki.

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Chorleiter hat aus Video- und Audioclips Musikstück gebastelt

Da sich der Chorleiter gut auskennt mit Video- und Tontechnik, war es ihm möglich, den Mitgliedern genaue Anweisungen für zuhause vorzubereiten. So hat er jedem die Noten zum Stück, einen Audiotrack, in dem er die Lead-Stimme auf dem Klavier spielt sowie ein taktgebendes Metronom online zur Verfügung gestellt. Zuhause konnte sich dann jeder mit dem Stück befassen und es auf seine eigene Weise vorbereiten.

Um die heimische Technik der Teilnehmer stand es unterschiedlich: Die Aufnahmen reichen von solchen mit professionellen Mikrofonen bis hin zu simplen Handy-Aufzeichnungen. Umso erstaunlicher, dass Juliano Suzuki aus den 50 Audio- und Videodateien ein Musikstück basteln konnte, das sich fast so dynamisch anhört wie live.

Auch ohne das anfangs erwähnte Heimkino-Soundsystem kann man die unterschiedlichen Stimmen leicht auseinanderhalten. Es transportiert sich die Energie, die man sonst nur bei Livekonzerten erlebt, ins eigene Haus, vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein. In diesen Krisenzeiten ist das wohl eine gute Botschaft.

Onlineproben ersetzen nicht den analogen Kontakt

Trotzdem sagt Juliano Suzuki, dass Online-Proben nicht mit dem Treffen in der analogen Welt vergleichbar seien: "Zu einer Chorprobe gehört es, dass man mit den interagiert und sich gemeinsam erlebt.

Das hat sowohl stimmbildungstechnische als auch soziale Gründe." Demnach hätte man zwar mit dem Video ein gutes Zeichen des Zusammenhalts und der immer noch lohnenswerten Motivation geschaffen - trotzdem blicke man dem Ende der Krise mit Sehnsucht entgegen.

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