„Engpass deutlich spürbar“: Altenheime und Kliniken müssen mit Hygieneartikeln haushalten

rnCoronavirus in Dortmund

Altenheime und Kliniken merken die zunehmende Knappheit von bestimmten Hygieneartikeln. Ein Krebspatient ist froh, dass er Desinfektionsmittel und Schutzmasken hortet.

Dortmund

, 04.03.2020, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken sind in Zeiten des Coronavirus heiß begehrt - und in vielen Dortmunder Apotheken und Drogeriemärkten schon nicht mehr zu bekommen. Auch der Vorrat in den Altenheimen und Krankenhäusern nimmt ab. Für Menschen, die tagtäglich auf derartige Hilfsmittel angewiesen sind, können fehlende Desinfektionsmittel gefährlich werden.

Einer dieser Fälle ist Deniz Yelkuvan. Der 23-Jährige aus Hörde ist an Leukämie erkrankt und bekam im vergangenen August eine Stammzellen-Spende. Mittlerweile befindet er sich auf einem guten Weg. „Es gab zwar kleinere Rückschläge, aber das ist alles normal. Im Großen und Ganzen läuft es nach Plan.“ Dennoch muss der Student besonders vorsichtig sein:

Deniz Yelkuvan ist auf Desinfektionsmittel angewiesen.

Deniz Yelkuvan hat im August 2019 eine Stammzellen-Spende bekommen. Weil sein Immunsystem nach wie vor geschwächt ist, ist der 23-Jährige auf Desinfektionsmittel angewiesen. © Marius Paul

„Mein Immunsystem ist noch sehr geschwächt, und schon eine Erkältung könnte für mich lebensgefährlich werden“, so Yelkuvan. Deshalb sei er auf Desinfektionsmittel angewiesen. Im Moment sei er besonders froh, diese stets ausreichend zu Hause zu haben, ebenso wie Schutzmasken. „Ohne Desinfektionsmittel würde ich mich schon unwohler fühlen.“

„Engpass bei Nachversorgung deutlich zu spüren“

Unterdessen könnte die Versorgung mit Desinfektionsmitteln auch für Krankenhäuser und Altenheime zum Problem werden. „Im Moment sind unsere Einrichtungen abgedeckt, aber ein Engpass in der Nachversorgung ist deutlich spürbar“, erklärt Gudula Stroetzel vom St.-Johannes-Hospital. Man habe die Mittel nachgeordert und die Lieferanten hätten Nachschub versprochen.

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Ähnlich stellt sich die Situation im Klinikum dar. Laut Sprecherin Lisa Cathrin Müller verfüge man über einen ausreichenden Vorrat an Hygieneartikeln. Allerdings sei man darauf bedacht, besonders achtsam mit dem vorhandenen Bestand umzugehen.

Altenheime ergreifen besondere Maßnahmen

In den Dortmunder Altenheimen wurden derweil mancherorts besondere Präventionsmaßnahmen ergriffen. „Wir haben unsere Mitarbeiter mit zusätzlichen Handdesinfektionsmitteln ausgestattet. Außerdem haben wir eine eigene Lagerhaltung für diese Mittel aufgebaut und können so temporäre Lieferengpässe abfedern“, verdeutlicht ein Sprecher der Alloheim Senioren-Residenzen.

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Darüber hinaus weise man Besucher vermehrt darauf hin, sich vor dem Betreten gründlich die Hände zu desinfizieren. Zeitgleich habe man den bestehenden Vorrat aufgestockt, um Umlagerungen zwischen den Standorten vornehmen zu können.

Die Seniorenzentren der Diakonie werden laut Pressesprecher Tim Cocu noch mit den üblichen Mengen beliefert. „Eine Aufstockung ist derzeit noch nicht nötig. Dennoch spüren wir die zunehmende Knappheit natürlich auch.“

Wie lange die Vorräte noch reichen, ist schwer abzusehen. Die gute Nachricht: Alle Akteure sehen sich für die kommenden Wochen gerüstet.

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