Dortmund hat Tausende Arbeitslose mehr im Vergleich zum Juni 2019

Arbeitsmarkt

Der Vorjahresvergleich macht die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt deutlich. Doch es gibt auch Hoffnung für Arbeitslose und Unternehmen.

Dortmund

, 01.07.2020, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Arbeitslosigkeit ist im Juni in Dortmund weiter gestiegen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Juni in Dortmund weiter gestiegen. © RN-Archiv

Um 5755 Personen ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni angestiegen - zumindest im Vergleich zu Juni 2019. Gab es im Vorjahr um diese Zeit noch 31.842 Arbeitslose in Dortmund, sind es in diesem Jahr 37.597 Dortmunder. Das zeigt der aktuelle Arbeitsmarktbericht der Dortmunder Agentur für Arbeit.

Der Grund dafür ist - wenig überraschend - die Corona-Krise. Dadurch blieb unter anderem die jährliche „Frühjahrsbelebung“, die in der Regel vielen Menschen wieder zu Arbeit verhilft, aus, wie Sibylle Hünnemeyer, Sprecherin der Arbeitsagentur, erklärt.

Jetzt lesen

Schaut man jedoch nicht auf die Zahlen des Vorjahres, sondern auf die vergangenen Monate, zeigt sich die Behörde vorsichtig optimistisch: Die Zahl der Arbeitslosen steigt nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Wuchs sie von April bis Mai noch um rund 1500 Personen, stieg sie nun um etwas mehr als 400 Menschen an. Auch die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen hat dem Bericht zufolge nachgelassen.

Erste positive Tendenzen

„Für eine Entwarnung ist es noch zu früh, aber im Juni fiel der Corona-Effekt auf dem Arbeitsmarkt schon deutlich schwächer aus als noch im April und Mai“, lässt sich Heike Bettermann, Chefin der Arbeitsagentur, im Bericht zitieren. Bei der Nachfrage nach Arbeitskräften durch Unternehmen gebe es sogar erste positive Tendenzen.

Jetzt lesen

„Die Zahl der neu gemeldeten freien Stellen liegt zwar mit 1.070 noch deutlich unter Vorjahresniveau, doch ist der Bedarf an Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat um rund 40 Prozent gestiegen“, heißt es im Bericht. Neueinstellungen waren bei vielen Unternehmen im April und Mai in den Hintergrund gerückt. Jetzt würde die Nachfrage aber langsam wieder zunehmen.

Heike Bettermann (Archivbild)

Heike Bettermann (Archivbild) © RN-Redaktion

Aktuell gebe es 4605 offene Stellen in Dortmund. Arbeitskräfte würden aktuell vor allem in der Zeitarbeit, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

1500 freie Ausbildungsplätze in Dortmund

Auch auf dem Ausbildungsmarkt besteht weiterhin Hoffnung. Aktuell sind rund 1500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig sei bei vielen jungen Leuten aber auch die Motivation und Perspektive, sich um einen Ausbildungsplatz zu kümmern, gesunken. „Wer hat schon den Kopf frei, um sich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben, wenn er nicht einmal weiß, ob Klausuren stattfinden können und wie der Schulabschluss zustande kommt“, sagt dazu Heike Bettermann.

Jetzt lesen

Sie möchte die Dortmunder Jugendlichen daher ermutigen, sich trotz allem um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Besonders gute Chancen bestünden im Büro, im Gesundheitswesen, im Handel sowie im Handwerk.

Lesen Sie jetzt

Das Dortmund-Update

Der News-Podcast von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 - zwei Mal am Tag bestens informiert. Jetzt hier, bei Spotify, Apple Podcasts oder Deezer hören.

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter Über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Lesen Sie jetzt