Gegen den Corona-Blues: Mit Cooper zu den Schönheiten vor der Haustür

rnTouren-Tipp

Jeden Tag neue Horror-Meldungen in Sachen Coronavirus. Da tut ein wenig frische Luft gut. Unser Autor nimmt uns mit auf eine Wanderung rund um Mengede – zur Nachahmung empfohlen.

Mengede, Ickern, Dingen, Deininghausen

, 04.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Täglich erreichen uns neue Horror-Meldungen wegen der Corona-Krise. Manchmal glaube ich, ich hätte einen furchtbaren Albtraum und müsste doch bald erwachen. Um dem „Corona-Blues“ zu entfliehen, verordne ich mir zunehmend für ein paar Stunden eine Nachrichtenabstinenz – bei langen Spaziergängen mit unserem Hund Cooper. Kürzlich wurde daraus sogar eine ausgiebige Wanderung.

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Um keine öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, starte ich direkt an der Haustür in der Mengeder Heide. Schon nach wenigen Minuten erreiche ich den Feldweg parallel zur Rittershofer Straße. Mich empfangen das frische Grün der Wiesen und Felder, blühende Sträucher und die ersten Blumen am Wege. In dem folgenden kleinen Waldstück höre ich das Klopfen eines Spechtes.

Die Wasservögel balzen

Am Hochwasserrückhaltebecken balzen die Wasservögel. Enten spazieren paarweise über den Damm, Schwäne tauchen ab. Graureiher sind auf Nahrungssuche. Zum Glück habe ich einen Hund, der keinen Jagdtrieb hat und sich nicht um das Federvieh kümmert.

Im Naturschutzgebiet Beerenbruch mit dem Brunosee stehen bis zu 190 Jahre alte Bäume.

Im Naturschutzgebiet Beerenbruch mit dem Brunosee stehen bis zu 190 Jahre alte Bäume. © Foto Textoris

Nach einer guten Stunde erreiche ich das Naturschutzgebiet Beerenbruch mit dem Brunosee. Er ist 1950 durch Bergsenkungen entstanden. Auch hier leben Wasservögel wie Zwergtaucher, Krick- und Löffelenten. In diesem Naturparadies an der Grenze zwischen Mengede und Castrop-Rauxel stehen zum Teil 110 bis 190 Jahre alte Bäume.

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Am Rand von Deininghausen bieten zwei landwirtschaftliche Betriebe ihre Produkte an: der Dingebauer und Bauer Menken. Am weiteren Weg liegen drei Herrenhäuser. Die denkmalgeschützte Villa Haus Dorloh in Dingen wurde zwischen 1869 und 1872 im neugotisch-klassizistischen Stil erbaut.

Der Weg führt zur Perle das Wasserschlösser

Das Haus Bodelschwingh hat seine Wurzeln im Spätmittelalter. Sein heutiges Aussehen erhielt es durch das im Stil der Renaissance im 16. und 17. Jahrhundert erbaute Schlossgebäude – eine Perle der Wasserschlösser. Haus Westhusen in Westerfilde stammt aus dem 14. Jahrhundert, erlebte einen Umbau im 19. Jahrhundert und ist heute eine Seniorenresidenz.

Das Wasserschloss Westhusen ist mit seinen Nebengeäuden heute eine Seniorenresidenz.

Das Wasserschloss Westhusen ist mit seinen Nebengeäuden heute eine Seniorenresidenz. © Diethelm Textoris

Wenig später stehe ich vor dem Gebäude der ehemaligen Bonanza. Mit der Musik von Sweet, Middle of The Road und Ohio-Express wollte der Heimatverein in seiner „Remember Party“ an die legendäre Netter Disco erinnern. Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

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Über Niedernette und den Emscher Weg komme ich zurück nach Mengede. Der Kreis hat sich geschlossen. Ich habe viele Schönheiten der Umgebung neu entdeckt und dabei keine aktuellen Nachrichten an mich rangelassen. Nur 38 „What’s App Follower“ waren meine virtuellen Begleiter. Mein „Tourentachometer“ zeigt 28,5 Kilometer. Dabei war ich immer nur maximal vier Kilometer vom Mengeder Ortskern entfernt.

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