Da staunt selbst die Post: Drei Hochzeits-Einladungen kommen nicht an

rnVerschwundene Briefe

Dreimal verschickt ein Magdeburger eine Hochzeitseinladung an seine Patentante in Dortmund. Dreimal kommt sie nicht an. Auch in der Nachbarschaft ist eine Post-Kundin richtig sauer.

Lütgendortmund

, 19.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unser Bericht über eine Seniorin aus Dortmund-Bövinghausen, die drei Briefe innerhalb von vier Tagen vermisste, hat weitere Post-Kunden auf den Plan gerufen. „Sie haben mir aus der Seele geschrieben“, sagt eine Lütgendortmunderin aus dem Frohnauer Weg am Telefon. Ihre Geschichte klingt wirklich kurios.

Zwei Tage später der nächste Anruf, ebenfalls aus Lütgendortmund, diesmal aus der Karinstraße: Eine Post-Kundin hat mehrere Glückwunsch-Karten zur Diamanten Hochzeiten nicht erhalten. „In einer war sogar ein Gutschein über 50 Euro“, erzählt sie. Auch die Karte der Tochter aus Eschen findet nicht den Weg in den Dortmunder Briefkasten. „Der Umschlag war aufwendig gestaltet“, erzählt die Post-Kundin.

Postsprecher: „Das ist wirklich extrem ungewöhnlich“

Dass Briefe nicht ankommen, sei keine Seltenheit. Das antwortete Post-Sprecher Rainer Ernzer bereits auf unsere erste Anfrage. „Jeden Tag landen bundesweit über 10.000 Briefe bei unserer Briefermittlungsstelle in Marburg“, so der Post-Sprecher. Gründe könnten zum Beispiel nicht lesbare oder unvollständige Anschriften sein.

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Mit seiner Gelassenheit ist es allerdings vorbei, als er die Geschichte aus dem Frohnauer Weg hört. Drei Hochzeitseinladungen ihres Patenkindes, erzählt die betroffene Anwohnerin, seien bei ihr nicht angekommen, die dritte habe ihr Patenkind sogar als Einwurfeinschreiben geschickt: „Das ist wirklich extrem ungewöhnlich“, räumt Rainer Ernzer ein.

Der junge Mann aus Magdeburg stellte sogar einen Nachforschungsauftrag bei der Deutschen Post – gebracht hat es ihm nichts: „Die Nachforschung wurde nach erfolglosen Recherchen unsererseits abgeschlossen. Der Absender hat dem Inhalt entsprechend eine Haftungszahlung in Höhe von 10 Euro plus drei Euro Entgelt erhalten“, schreibt die Deutsche Post auf Anfrage.

Einschreiben, betont Rainer Ernzer, würden nicht anders behandelt als Briefe. „Sie laufen mit dem normalen Strom mit.“ Einziger Unterschied: Man erhält einen Nachweis über die Einlieferung und im besten Fall auch über die Auslieferung. Was im Falle der Hochzeitseinladungen nicht funktioniert hat.

„Das ist wirklich extrem ungewöhnlich“: So kommentiert Post-Pressesprecher Rainer Ernzer die Serie der verschwundenen Hochzeitseinladungen.

„Das ist wirklich extrem ungewöhnlich“: So kommentiert Post-Pressesprecher Rainer Ernzer die Serie der verschwundenen Hochzeitseinladungen. © Oliver Schaper (Archiv)

Für einen wertvollen Versand, etwa eines Passes oder Ausweises, empfiehlt er einen Expressbrief. „Der kostet allerdings zehn Euro und kommt für eine Hochzeitseinladung natürlich nicht in Frage“, so der Post-Sprecher.

„Viele persönliche Briefe kommen nicht an“

Obwohl der Vorfall schon eine Weile zurückliegt, ärgert sich die Lütgendortmunderin noch immer darüber. Überhaupt sei sie sehr unzufrieden mit der Deutschen Post: „Im Laufe des letzten Jahres sind nicht nur sehr viele persönliche Briefe an uns nicht angekommen, sondern auch von uns versendete Briefe und Glückwünsche (teilweise mit Geld) sind nicht angekommen.“

Rainer Ernzer zeigt sich dankbar für den Hinweis, vor allem, was die drei verschwundenen Einladungen betrifft. „Wenn solche Auffälligkeiten auftreten, brauchen wir diese Infos. Denn dann müssen wir genau hinsehen und schauen, wo es Missstände gibt.“

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Einmal mehr betont Rainer Ernzer, dass das Versenden von Geld in einem normalen Briefumschlag nicht erlaubt ist. „Der Brief ist ein Massenprodukt und kein Beförderungsmittel für Geld.“ Dafür gebe es den Wertbrief. Den empfiehlt er auch für Gutscheine. Diese dürfen zwar auch mit normaler Post verschickt werden, aber versichert sind sie dann nicht.

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