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Daddy Blatzheim, Seepavillon und Spatengarten droht das Aus

rnWestfalenpark

Der Stadt sitzt die Zeit im Nacken: Ende des Jahres laufen die Verträge mit den Gastro-Betreibern an der Buschmühle im Westfalenpark aus. Wie es 2020 weitergehen soll, ist noch völlig offen.

Dortmund

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit 2011 haben die Gastro-Betreiber Jan Möller und Philip Winterkamp, Geschäftsführer von „Muto Heimatgastronomie“, die Regie im Restaurant Schürmanns sowie im Club Daddy Blatzheim, im Seepavillon, im Spatengarten und teilweise auch im Treibhaus übernommen. Das Problem: Die Gebäude sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. Darauf drängen vor allem die Pächter.

Sie möchten neue Gastro-Konzepte umsetzen und haben der Stadt ein eigenes Entwicklungsszenario „Buschmühle 2020“ vorgelegt. In den Altbauten sei das nicht mehr möglich. Sollte es keine Sanierung geben, sei für "Muto" am 31.12.2019 Schluss.

Die Vorschläge von Möller und Winterkamp sehen neben der Sanierung der Gebäude im Kern einen Neubau mit Restaurant, Terrasse, Veranstaltungs- und Bankettgastronomie vor. Die Immobilie soll am Eingang Buschmühle entstehen und so angeordnet werden, dass Besucher nicht erst durch die Kassen des Westfalenparks müssen, wenn sie in die Gastronomie wollen. Den Biergarten („Spatengarten“) will "Muto" bis zum Buschmühlenteich verlängern – und das Treibhaus, Überwinterungsplatz für Pflanzen, künftig ganzjährig für Veranstaltungen nutzen. Um den millionenschweren Neubau zu finanzieren, will „Muto“ mit der Stadt einen Erbbaurechtsvertrag über ein rund 4000 Quadratmeter großes Park-Grundstück abschließen. Die Stadt, die im Prinzip an „Muto“ festhalten möchte, wäre dazu schon im Februar bereit gewesen. Die Poltik hingegen noch nicht.

CDU glaubt an ein Pokerspiel

Die Konsequenz: Die Stadt will nun erst einmal ein Bieterverfahren auf den Weg bringen und die Parktore somit auch für weitere denkbare Interessenten öffnen. Im Kulturausschuss hat sich aktuell bereits eine Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung gefunden: SPD und Grüne stimmten zu. Die CDU nicht. Sie hatte einen eigenen Antrag eingebracht, der, so die Befürchtung der SPD, „das ganze Verfahren auf die lange Bank geschoben hätte.“ Dabei bleibe mit Blick auf die am Jahresende auslaufenden Verträge zwischen der Stadt und „Muto“ schon jetzt kaum noch Zeit.

Daddy Blatzheim, Seepavillon und Spatengarten droht das Aus

Auch den Seepavillon würde "Muto" gern weiter betreiben. Aber auch das Gebäude bedarf einer Sanierung. © Schaper

Vor einer Entscheidung über die Vergabe der Gastro-Betriebe und erst recht eines Erbpachtvertrages möchte die CDU die gesamte künftige Entwicklung des Westfalenparks geklärt wissen. Sie fordert „ein Zukunftskonzept Westfalenpark“ ein. Die Stadt soll darlegen, wie es um eine Erweiterung in Richtung Süden hin zu Phoenix-West bestellt ist. Welche Angebote sollen Parkbesuchern künftig gemacht werden? Wie steht es um die Straßen- und Wegeführung? All diese Fragen, so die Erwartung der CDU, möge die Verwaltung bis 15. November beantworten und den politischen Gremien vorlegen.

Den Christdemokraten ist dabei bewusst, dass ein Warten auf ein Gesamtkonzept eine Chance auf eine Einigung mit „Muto“ bis Jahresende zunichte macht. Sie glauben eher an ein Pokerspiel. „Wir glauben nicht wirklich daran, dass die Gastro-Betreiber ernst machen und am Jahresende aussteigen“, heißt es in der Fraktion.

Zukunftskonzept für den Park

Die Pächter Möller und Winterkamp möchten sich zum jetzigen Zeitpunkt zu all dem nicht äußern. Auch die Verwaltung macht auf Anfrage die Schotten dicht. Offen bleibt sogar, wann das Bieterverfahren abgeschlossen sein soll. Stattdessen kündigt die Stadt an, mit Blick auf die Internationale Gartenausstellung 2027 einen „Rahmenplan Zukunft Westfalenpark“ vorlegen zu wollen. Er greift ähnliche Aspekte auf wie der CDU-Antrag. Der Unterschied: Die CDU will das Gesamtkonzept abwarten und erst dann über die Gastropläne an der Buschmühle entscheiden. Die Verwaltung, die unter Zeitdruck steht, will es genau umgekehrt. Der Rat der Stadt ist Donnerstag, 23. Mai, am Zug.

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