Daniela Schneckenburger will Dortmunds erste grüne Oberbürgermeisterin werden

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Schuldezernentin Daniela Schneckenburger will bei der Kommunalwahl für die Grünen als Oberbürgermeister-Kandidatin antreten. Für sie ist das nicht der erste Anlauf auf das Amt.

Dortmund

, 10.01.2020, 07:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die SPD und die CDU mit ihren Oberbürgermeister-Kandidaten schon vor Wochen vorgelegt hatten, kursierte auf den Rathausfluren zuletzt vor allem eine Frage: Wen schicken die Grünen ins Rennen?

Selbst Oberbürgermeister (SPD) Ullrich Sierau konnte es sich jüngst im Verwaltungsvorstand nicht verkneifen, Schuldezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) direkt auf eine mögliche Kandidatur anzusprechen.

Damals ließ die 59-Jährige die Antwort noch offen, jetzt ist sie da: Am Donnerstagabend (9. Januar) informierte Daniela Schneckenburger die Parteimitglieder der Grünen, sie wolle ins Rennen um das Oberbürgermeister-Amt einsteigen.

Aussichtsreiche Kandidatin

Schneckenburger gilt als die wohl aussichtsreichste Kandidatin für Dortmunds Grüne. Sie verfügt über reichlich politische Erfahrung und kennt die Stadtverwaltung von innen.

Doch genau das macht die Personalie auch pikant: Thomas Westphal, SPD-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt sitzt ebenso wie Daniela Schneckenburger im Verwaltungsvorstand, dem engsten Führungszirkel der Stadt. Mit den beiden treten also wohl bald zwei Kollegen gegeneinander an.

Ehemalige Landtagsabgeordnete

Auch außerhalb Dortmunds hat Daniela Schneckenburger politische Erfahrung gesammelt: Sie saß für die Grünen im Rat, wurde Fraktionschefin und stieg 2006 zur Landesvorsitzenden der NRW-Grünen auf. 2010 wechselte Schneckenburger als Abgeordnete in den NRW-Landtag.

Im April 2015 kehrte sie beruflich nach Dortmund zurück – und übernahm in der Stadtverwaltung das Dezernat für Schule, Jugend und Kinder.

Offizielle Nominierung steht noch aus

Am 6. Februar will sich Daniela Schneckenburger der Grünen-Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. Es wäre ihr dritter Anlauf Dortmunds Oberbürgermeisterin zu werden.

2004 musste sie sich SPD-Kandidat Gerhard Langemeyer geschlagen geben. Bei der Wahl 2014 unterlag sie Ullrich Sierau und holte 11,2 Prozent der Stimmen. Bei der kommenden Kommunalwahl am 13. September 2020 zielen die Grünen auf deutlich mehr.

Die Ergebnisse der Europawahl im Mai 2019 haben bis heute Eindruck hinterlassen: 25 Prozent holten die Grünen damals in Dortmund. Sie wurden stärkste politische Kraft – vor der SPD (22,9 Prozent) und der CDU (19,3 Prozent). „Auszuschließen“, heißt es seitdem in Reihen der Rathaus-SPD, „ist offenbar gar nichts mehr.“

Die Konkurrenz

Die CDU hat die offizielle Nominierung ihres Spitzenkandidaten Andreas Hollstein, Bürgermeister aus Altena, noch vor sich.

Die SPD hat ihre Kandidatenkür abgeschlossen und schickt den städtischen Wirtschaftsförderer Thomas Westphal ins Rennen.

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