"Danke, Helga"

12.11.2007 / Lesedauer: 2 min

"Danke, Helga"

<p>Ein Prost aufs letzte Mal: Bodo Harenberg (li) mit Helga Uthmann und Claus Dieter Clausnitzer. Foto Theater</p>

"Danke, Helga." - Mehr konnten die 92 Gäste am Sonntagabend im Harenberg-Haus zutiefst gerührt kaum sagen: Der Abschied von der "Magd Zerline" war so unvergesslich wie jede der 180 Vorstellungen, die Kammerschauspielerin Helga Uthmann in den vergangenen 20 Jahren gespielt hat.

Mit Tränen in den Augen hat sie die Schürze ausgezogen. Mit Tränen in den Augen haben Publikum und Freunde ihr einen bewegenden Abschied bereitet. "Liebe Helga, das war wunderbar, einmalig, dieser Ort in der 18. Etage ist kongenial", fiel es auch Schauspielchef Michael Gruner schwer, Worte zu finden. "Ein großer Theaterabend mit einem kleinen Stück. Dieser Abend ist Dortmunder Theatergeschichte, die uns allen in Erinnerung bleibt", dankte Bodo Harenberg.

"So gut war Jeanne Moreau als Zerline in Paris nie", freute sich Regisseur Guido Huonder, der den Monolog von Hermann Broch vor 20 Jahren mit Helga Uthmann und Claus Dieter Clausnitzer (als fast stummen Begleiter) in Dortmund auf die Bühne gebracht hat.

Jost Krüger, der die Inszenierung dann im HCC einrichtete und wie Bodo Harenberg alle 50 Vorstellungen dort verfolgte, Clausnitzer, Helga Uthmann und alle Gäste durften die Erinnerung an den Theaterabend als Hör-CD nach Hause tragen - ein wunderbares Geschenk des Hauses Harenberg, das "seiner Zerline" ein würdiges Abschiedsfest bereitet hat. "Ich mag mich bestimmt nicht hören auf der CD", scherzte Helga Uthmann mit Tränen in den Augen und drückte ihre große Schwester: "Sie musste mir 20 Jahre lang den Text abhören."

Die Besucher hoffen jetzt auf ein neues Kultstück: Am 6. Dezember feiern Helga Uthmann und Claus Dieter Clausnitzer als "Josef und Maria" von Turrini Premiere im Studio des Schauspielhauses. Und Klaus Becker, Leiter des Kulturprogramms im Harenberg-Haus, hofft, dass auch dieses Kammerspiel später in die 18. Etage des Harenberg-Hauses zieht.

Das Kulturprogramm im HCC geht hochkarätig weiter: mit Lesungen und Musik. Im nächsten Halbjahr gibt es sonntags sechs Streichquartett-Abende. Julia Gass

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