Darum demonstrieren Kinder bald auf dem Fahrrad für mehr Sicherheit

rnKiddical Mass

Fahrradfahren ist für Kinder in Dortmund viel zu gefährlich, findet eine Gruppe Dortmunder. Das soll sich ändern. Deshalb gibt‘s im September eine Demo auf zwei Rädern.

Dortmund

, 11.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter dem Titel „Kiddical Mass“ werden am 15. September (Sonntag) viele Fahrräder mit Kinderanhängern, Kinder-Zweiräder und Tretroller vom Friedensplatz zum Westpark rollen. Diese offiziell angemeldete und von der Polizei begleitete Demonstration hat das Ziel, dass sich Kinder auf dem Fahrrad in Dortmund sicher bewegen können.

„Radverkehr wird in der Planung in Dortmund oft vergessen. Kinder werden oft vergessen. Und für radfahrende Kinder sieht es ganz finster aus“, sagt Peter Fricke von der Initative „Aufbruch Fahrrad Dortmund“, die hinter „Kiddical Mass“ steht.

Zugeparkte Radwege und der „Nahkampfmodus“ auf der Straße sind für Kinder eine große Gefahr

Schmale Radfahrstreifen, plötzlich endende Radwege, zugeparkte Radwege und der ständige „Nahkampfmodus“ mit dem fließenden Autoverkehr – das sind schon für Erwachsene große Probleme. Für Kinder können sie richtig gefährlich werden.

„Ein Erwachsener kann es noch einschätzen, weil er zwei Schritte weiterdenkt. Kinder können das noch nicht. Und sie sind etwa durch Falschparker noch stärker verdeckt“, sagt Peter Fricke. Das führe im Ergebnis dazu, dass Eltern ihre Kinder gar nicht fahren lassen. „Dann hat man die nächste Generation, die im Elterntaxi groß wird“, sagt der Dortmunder.

Der letzte tödliche Unfall mit einem Kind ist weniger als zwei Jahre her

2018 gab es deutschlandweit so viele Unfälle mit Fahrradfahrern wie noch nie. In Dortmund gab es zuletzt 2017 einen tödlichen Unfall mit einem Kind, als ein 11-Jähriger an der Mallinckrodtstraße von einem Lkw überrollt wurde. Es gibt verschiedene Ansätze, um dem Problem Herr zur werden, etwa besser sichtbare Radwege oder Aufklärung der Polizei zum „toten Winkel“.

Aus Sicht von „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ unternehme die Stadt aber immer noch zu wenig für die Fahrrad-Infrastruktur. Dabei gebe es deutliche Hinweise darauf, dass viele Menschen in der Stadt ihr Mobilitätsverhalten ändern wollen. Die Initiative ist aus einer NRW-weiten Aktion hervorgegangen, die in den vergangenen Monaten 203.000 Unterschriften für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur an den Landtag übergeben hat. 30.000 Unterzeichner kommen aus Dortmund, so viele wie in keiner anderen Stadt bezogen auf die Einwohnerzahl.

Der Name „Kiddical Mass“ ist angelehnt an die Bewegung „Critical Mass“, hat aber organisatorisch nichts mit ihr zu tun. Bei „Critical Mass“ treffen sich jeden dritten Freitag im Monat Radfahrer zur gemeinsamen, unpolitischen Fahrt durch Dortmund.

Fahrrad-Demonstration
Das sind die Fakten zu „Kiddical Mass“

  • „Kiddical Mass“ beginnt am 15. September (Sonntag) um 14 Uhr auf dem Friedensplatz. Teilnehmen kann jeder Interessierte (auch ohne Kinder).
  • Die circa fünf Kilometer lange Demo-Tour führt bis zum Westpark.
  • Dort ist im Anschluss ein Picknick geplant.
  • Das Logo der Veranstaltung ist ein radfahrendes Nashorn. Es gibt einen Wettbewerb für Kinder, bei dem sie dem Nashorn einen Namen geben können.
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