Darum diskutieren BVB-Fans mit Behinderung gerade über die U-Bahn-Haltestelle am Stadion

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Die An- und Abreise zu BVB-Heimspielen mit der U-Bahn kann beschwerlich sein – für Menschen mit Behinderung gilt das umso mehr. Aktuell zeigt sich das an der Haltestelle „Stadion“.

Dortmund

, 09.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Eingang, zwei Beschwerden, die diese Redaktion erreicht haben. Da ist zunächst eine Stadionbesucherin mit Behindertenausweis, die sich über eine neue Situation an der U-Bahn-Haltestelle „Stadion“ ärgert. Und da ist der inklusive BVB-Fanclub „Stadioncrew“, dem mehrere Rollstuhlfahrer angehören. Sie hatten bei der Abreise nach dem Pokalspiel gegen Werder Bremen große Probleme eine Bahn zu bekommen.

Es gibt einen Extra-Eingang, damit eingeschränkte Personen nicht ins Gedränge geraten

An der Haltestelle gibt es nach Heimspielen einen gesonderten Eingang für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Von hier kommen diese auf den Bahnsteig, ohne in das Gedränge zu geraten, das üblicherweise in dem Fußgängertunnel entsteht, der zum Gleis führt.

Die 66-jährige Eva Hein hat seit mehr als 20 Jahren eine Dauerkarte für die Südtribüne. Sie und ihr Mann sind Inhaber eines Schwerbehindertenausweises. Sie nutzten in der Vergangenheit stets diesen Weg. Bis zum letzten Heimspiel des Jahres 2018 wenige Tage vor Weihnachten gegen Borussia Mönchengladbach.

Durchgang nur noch für Menschen mit Gehstock oder Rollstuhl

„Da hat uns ein Mitarbeiter mitgeteilt, es gebe die Order, nur noch Menschen mit Gehstöcken oder Rollstühlen durchzulassen“, sagt Eva Hein. Beim ersten Heimspiel 2019 habe es eine ähnliche Aussage gegeben.

Sie und ihr Mann sowie mehrere ältere, nicht mobile Personen seien abgewiesen und auf den regulären Weg geleitet worden. „Da musste eine ältere Dame durch die Menschentraube und hat sich dabei sichtlich unwohl gefühlt“, sagt Eva Hein.

DSW21 teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass das Verfahren nicht geändert worden sei. „Es gibt einen Zugang für Personen, die deutlich mobilitätseingeschränkt sind, etwa mit Rollstuhl, Rollator oder einem Schwerbehindertenausweis mit einem ,G‘, was eine Gehbehinderung anzeigt“, sagt Britta Heydenbluth, Sprecherin für den Nahverkehr bei DSW 21. Dieses „G“ fehlt im Ausweis von Eva Hein und ihrem Mann – was bis vor Kurzem niemanden gestört hat.

DSW21: „Es ist immer eine Einzelfallentscheidung.“

Britta Heydenbluth drückt ihr Bedauern über die entstandenen Probleme aus: „Es ist immer eine Einzelfallentscheidung vor Ort. Es ist dem ein oder anderen zuzumuten, den normalen Weg zu gehen. Sonst sind Sinn und Zweck dieses Eingangs nicht mehr gegeben“, sagt die DSW21-Sprecherin.

Darum diskutieren BVB-Fans mit Behinderung gerade über die U-Bahn-Haltestelle am Stadion

Mitglieder des inklusiven BVB-Fanclubs „Stadioncrew“ hatten nach dem Pokalspiel gegen Werder Bremen Probleme, eine U-Bahn zu erreichen. © Oliver Acker

Dieser Sinn und Zweck war aus Sicht von Guido Weber, Vorsitzender und Mitbegründer des Fanclubs „Stadioncrew“, am Dienstagabend sehr in Frage gestellt.

„Wir kamen durch den Eingang. Aber der barrierefreie Zugang über die Gleise war abgesperrt. Wir kamen nicht auf die Seite, auf der wir laut der Bahnfahrer einsteigen sollten. So mussten wir mehrere Bahnen fahren lassen. Erst als wir unsere Arme ausgestreckt haben, hat eine Bahn angehalten“, erzählt Guido Weber.

Dies sei schon zum wiederholten Mal passiert. „Ich würde mir wünschen, dass die Straßenbahnfahrer mehr darauf achten“, sagt der Fanclub-Vorsitzende.

Um die Haltestelle „Stadion“ gab es in der Meistersaison 2012 bereits große Diskussionen

Die Situation an der U-Bahn-Haltestelle „Stadion“ war im Jahr 2012 Gegenstand von intensiven Diskussionen. Damals war es nach Spielen zu Situationen gekommen, in denen eine Massenpanik drohte.

Daraufhin veränderte DSW21 das Einlasssystem und setzte zusätzliches Personal ein. Seitdem ist es nicht mehr zu Vorfällen gekommen.

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