Darum fahren einem die DSW-Bahnen manchmal vor der Nase weg

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Das kennt jeder U-Bahn-Fahrgast: Man kommt in letzter Sekunde am Bahnsteig an - und die Bahn düst weg. DSW-21-Sprecherin Britta Heydenbluth erklärt, wieso die Bahn nicht immer warten kann.

von Annika Ross

Dortmund

, 16.05.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 11. Mai (Samstag) sahen zwei Dortmunder in Brechten die herannahende U41 und eilten zum Gleis, um die Bahn in Richtung Innenstadt zu bekommen. Sie seien rechtzeitig an der Haltestelle angekommen, beteuert einer der beiden Männer im Gespräch mit der Redaktion. Doch weil sonst niemand am Gleis wartete, sei der Fahrer einfach weitergefahren. „Dabei hat er doch gesehen, dass wir am Laufen waren“, sagt der Mann, der häufig mit den Bahnen der DSW21 fährt.

Viele Fahrgäste dürften schon einmal zur Stadtbahn geeilt sein, die ihnen dann vor der Nase wegfuhr. Warum eigentlich?

Fahrer müssen Fahrplan einhalten

„Sobald die Türen einmal geschlossen sind und unsere Fahrer das Signal bekommen, dass sie losfahren sollen, tun sie das“, sagt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth. Auch wenn der Fahrer gerne warten würde, ginge das nicht, weil er den Fahrplan einhalten müsse. Das werde auch von den übrigen Fahrgästen so erwartet. Da die Bahnen im Stadtgebiet eng getaktet sind, muss es irgendwann weitergehen, damit der nächste Zug einfahren kann.

„Wenn die Türen sich gerade schließen, sollte nicht dazwischen gegriffen werden“, so Heydenbluth. Nicht, weil sie es den heraneilenden Fahrgästen nicht gönnt, sondern weil das mitunter gefährlich werden kann. Außerdem tue man dem Personal damit keinen Gefallen.

„Die dadurch entstandene Verspätung schleppt der Fahrer quasi mit.“ An den Endstellen hält die Bahn fünf bis zehn Minuten, bis es weitergeht. Durch die Verspätung geht den Stadtbahn-Fahrern Pausenzeit verloren.

Verspätung kaum aufzuholen

Aufzuholen seien Verspätungen im normalen Fahrbetrieb kaum. Nur weil der Fahrer an einer Haltestelle länger stehe, könne er bei der nächsten nicht einfach ein paar Sekunden kürzer stehen. „Wenn alle Fahrgäste aus- und eingestiegen sind, muss der Fahrer Sicherheitsvorkehrungen treffen wie Türen schließen, einen Blick in den Spiegel oder die Kameras werfen“, sagt Britta Heydenbluth. Sobald er dann das Signal zur Weiterfahrt bekommt, fährt er los.

Gut sichtbar an Haltestelle stehen

An den oberirdischen Haltestellen hält die Stadtbahn nur, wenn im Zug jemand die Haltewunschtaste drückt oder der Fahrer Leute am Bahnsteig warten sieht. Grundsätzlich, sagt Heydenbluth, warte eine Stadtbahn nicht auf Fahrgäste. Diese müssten eben pünktlich am Bahnsteig sein.

Der DSW21-Kunde, der sich an die Redaktion gewandt hat, sagt, er sei ja pünktlich gewesen: „Der Fahrer hat uns doch gesehen.“ Auch wenn dieser einen guten Blick über das Gleis habe, könne es mal passieren, dass Fahrgäste übersehen werden, sagt Heydenbluth. „Am besten stellt man sich gut sichtbar mittig oder weiter vorne hin, wo die Bahn hält.“ So werde die Chance, übersehen zu werden, verringert.

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