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Darum ging OB Ullrich Sierau am Evinger Heisenberg-Gymnasium in die Knie

rnSchule ohne Rassismus

Musik, Worte und Bilder, die unter die Haut gehen, und ein Oberbürgermeister, der in die Knie geht: Das Heisenberg-Gymnasium trägt nun den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.

Eving

, 04.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Heisenberg-Gymnasium ist nun auch ganz offiziell „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Es war am Donnerstag eine besondere Feierstunde aus diesem Anlass am Donnerstag in der Sporthalle der Schule. Mittendrin: Oberbürgermeister Ullrich Sierau, den die Schule als Paten für das Projekt gewinnen konnte.

Zu sehen und zu hören waren an diesem Vormittag Worte, Bilder und Musik, die unter die Haut gingen: Das Schulorchester spielte Musik aus „Schindlers Liste“, dazu waren Bilder vom letzten Besuch von Schülern im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz zu sehen. Und vielleicht auch ganz ohne Worte am Vielsagendsten die Schweigeminute am Ende der Veranstaltung: Eine Sporthalle voller quirliger Schüler, in der es mucksmäuschenstill ist - eine komplette Minute lang.

Mehr als ein Jahr haben sich alle auf diesen Tag vorbereitet

Mehr als ein Jahr Vorbereitung liegen hinter der Schule. Vor allem die Schülervertretung hat die Sache intensiv vorangetrieben und auch Ullrich Sierau mit der Bitte um die Patenschaft angeschrieben.

Darum ging OB Ullrich Sierau am Evinger Heisenberg-Gymnasium in die Knie

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hockte sich für ein Gespräch zu den Schülern. © Schaper

Der Oberbürgermeister nahm sich viel Zeit, nutzte die Gelegenheit auch vor dem offiziellen Beginn mit den Schülerinnen und Schülern zu reden: Er ging in die Knie und hockte sich mit den Schülern auf die blaue Bodenturnmatte. Er übernehme die Aufgabe sehr gern, sagte Sierau später, und erklärt im Interview mit Vivian Steinrücke und Berk Eraslan, zwei in der Schülervertretung (SV) engagierten Schülern, sein Engagement so: „Ich mache gute und schlechte Erfahrungen als Oberbürgermeister in dieser Stadt. Zu den schlechten gehört, dass es auch hier Rassismus gibt. Rassisten und Populisten zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Deshalb sei ein solches Engagement wie hier in der Schule von großer Bedeutung: „Wir dürfen nicht erst anfangen, etwas zu tun, wenn das Problem schon da ist, sondern wir müssen vorher anfangen.“

Er zeigte sich ebenso wie Schulleiterin Ulrike Eisenberg „sehr berührt“ von der Musik, den Worten und Bildern. Bei den Klängen aus „Schindlers Liste“ mussten auch andere „schlucken“.

Darum ging OB Ullrich Sierau am Evinger Heisenberg-Gymnasium in die Knie

Elisabeth Bovensmann spielte Musik aus „Schindlers Liste“ und berührte die Gäste. © Schaper

Ausdrucksstark und überzeugend als Soloviolinistin spielte Elisabeth Bovensmann aus der Stufe Q1. Die Fotos aus Auschwitz stammen von Teresa Nguyen aus der Q2. An den Wänden und auch auf der Leinwand Bilder der Kunstkurse aus der Einführungsstufe zum Thema Rassismus und Ausgrenzung - jedes auf seine Weise intensiv und aussagekräftig.

„Wir sitzen alle gemeinsam an einem Tisch“

„Wir sind stolz, das Siegel heute entgegen nehmen zu können“, sagte Dennis Boszczon, stellvertretender Schülersprecher aus der Q 2. „Wir haben viel gearbeitet, viel debattiert und viel umgesetzt.“ Schülersprecher Abdelmalik Abaraghoin (Q1) lobte seine Schule: „An diesem Gymnasium gibt es keinen Rassismus, wir sitzen alle gemeinsam in der Mittagspause an einem Tisch.“

Darum ging OB Ullrich Sierau am Evinger Heisenberg-Gymnasium in die Knie

Ullrich Sierau, Katja Mohr (stellvertretende Schulleiterin) und Ulrike Eisenberg (Schulleiterin, v.l.) mit der begehrten Plakettte. © Schaper

Und auch Schulleiterin Ulrike Eisenberger befand: „Solange ich dabei bin, haben die Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Nationalitäten die Schule bunt gemacht.“ Sie betonte: „Diese Selbstverpflichtung, die das Siegel mit sich bringt, schafft die nötige Sensibilität, rassistisches Verhalten zu erkennen und entsprechend zu handeln: Schauen wir hin, wenn jemand in der Klasse ausgegrenzt wird? Holen wir Hilfe, wenn nötig? Unterstützen wir ein Klima an der Schule, in dem wir uns wohl und sicher fühlen?“

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem Video, in dem sich viele Schülerinnen in vielen Sprachen gegen Rassismus und für Toleranz aussprachen ; angelehnt an die Kampagne des Deutschen Fußballbundes „No to racism“.

SChule ohne Rassismus

Idee wurde im Jahr 1992 geboren

„Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ist ein Projekt des Vereins „Aktion Courage“. „Aktion Courage“ wurde 1992 von Bügerinitiativen, Menschenrechsgruppen, Vereinen und einzelnen Personen als eine Antwort auf den gewalttätigen Rassismus unter anderem in Mölln, Hoyerswerda und Rostock gegründet. Der Verein ist seit 2001 anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. - In Dortmund tragen inzwischen zahlreiche Schulen diesen Titel.
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