Darum sind die Bahnen der U43 aktuell so voll

Ost-West-Strecke

Seit acht Jahren rollen die Stadtbahnen vom Typ NGT8 auf der Ost-West-Strecke durch die Stadt. Doch zurzeit rollen viele nicht. Das führt zu Engpässen, die auch die Fahrgäste zu spüren bekommen. Wir haben mit den Stadtwerken gesprochen und erklären, warum es aktuell Probleme gibt.

DORTMUND

, 29.06.2016, 02:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum sind die Bahnen der U43 aktuell so voll

Statt auf der Strecke sind viele Stadtbahnen vom Typ NGT8 zur Zeit in der Werkstatt. Das führt zu Engpässen auf der Ost-West-Strecke zwischen Dorstfeld und Wickede.

Was ist das Problem?

Sonntagmittags ist nicht gerade eine Stoßzeit für den öffentlichen Nahverkehr. Doch Marion Burek hatte schon in Brackel Schwierigkeiten in die überfüllte Bahn der Linie U43 zu steigen. „Auf der weiteren Strecke konnten etliche Fahrgäste nicht mehr einsteigen, weil die Bahn schlichtweg zu voll war“, berichtet die Brackelerin.

Was sagen die Stadtwerke?

Die Stadtwerke können das nur bestätigen. Die Bahnen fahren zwar im normalen Takt. Das Problem ist, dass bei etwa der Hälfte aller Fahrten auf der Linie U 43 statt Doppel- nur Solowagen unterwegs sind – und damit die Kapazität von 360 auf 180 Sitz- und Stehplätze halbiert ist.

Warum ist das so?

Zurzeit stehen mehr Fahrzeuge als üblich in der Stadtbahn-Werkstatt in Dorstfeld. Das hat nicht nur damit zu tun, dass die Bahnen nach acht Jahren im Einsatz und einer Laufleistung von rund 500.000 Kilometern turnusmäßig fällig für eine große Hauptuntersuchung sind, die etwa vier Wochen in Anspruch nimmt.

Was wurde dabei festgestellt? 

Bei den Untersuchungen und den regelmäßigen Kontrollen, die etwa alle zehn Tage stattfinden, sind Schäden aufgefallen, „die in dieser Form nach einem Zeitraum von acht Jahren eher ungewöhnlich sind“, wie DSW-Betriebsleiter Ralf Habbes feststellt. Dazu gehören Korrosionen, also Rostschäden, an den Drehgestellen und Unebenheiten an Fußböden, die zwar keine akute Gefahr für die Sicherheit der Fahrzeuge sind, aber dauerhaft Sorgen machen. Und die Schäden treten gleich reihenweise auf.

Wir geht es jetzt weiter?

„Wir haben dem Fahrzeughersteller Bombardier einen Serienschaden gemeldet“, berichtet DSW-Sprecher Bernd Winkelmann. Und die Stadtwerke wollen den Hersteller auch bei der Beseitigung der Schäden in die Pflicht nehmen. „Wir haben dem Unternehmen deutlich mit auf den Weg gegeben, dass wir zeitnah ein Sanierungskonzept und einen Zeitplan erwarten, wie die Schäden zügig und grundlegend behoben werden“, erklärt Habbes.

Was bedeutet das für die Pendler?

Mindestens bis zum Ende der Sommerferien wird der Engpass auf der Ost-West-Strecke wohl andauern. „Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis, dass wir montags bis freitags nicht durchgängig Zwei-Wagen-Züge bereitstellen können und dadurch punktuell Kapazitätsengpässe entstehen. Die Sicherheit hat bei uns aber oberste Priorität, deshalb geht es zurzeit nicht ganz ohne Einschränkungen“, erklärt DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung. „Wir haben dem Hersteller jedoch unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass wir nicht gewillt sind, unseren Kunden diese Einschränkungen längerfristig zuzumuten.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt