Darum wird die Sonnenfinsternis zum Energie-Stresstest

So reagieren die Stromfirmen

Die Dortmunder Netzbetreiber Amprion und Westnetz erwarten die Sonnenfinsternis am 20. März mit Spannung. Zwischen 9.30 Uhr und 12 Uhr sind bis zu 82 Prozent der Sonne vom Mond abgedeckt. Die Netzbetreiber sprechen von einem echten "Stresstest". Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

DORTMUND

, 06.03.2015 / Lesedauer: 2 min
Darum wird die Sonnenfinsternis zum Energie-Stresstest

So sah es bei der Sonnenfinsternis 1999 aus.

Worin besteht das Problem?

Bei sehr sonnigem Wetter geht in der ersten Hälfte der Sonnenfinsternis die Einspeisung von Solarstrom in Deutschland um rund 12 Gigawatt zurück und steigt anschließend – in der zweiten Hälfte der Sonnenfinsternis, wenn die Sonne aufgrund der Mittagszeit noch höher steht – um etwa 19 Gigawatt an. Das wäre in etwa so, als wenn 19 Großkraftwerke innerhalb kürzester Zeit vom Netz gingen und dann ebenso schnell wieder einspeisten.

Das Problem besteht auch darin, den Photovoltaik-Strom während der Finsternis durch andere Erzeugungsanlagen ersetzen zu müssen – etwa Gas- oder Pumpspeicherkraftwerke.

Wie begegnen die Stromfirmen dem Problem?

Arbeitsgruppen wurden gebildet, Studien in Auftrag gegeben, Absprachen mit Kraftwerksbetreibern getroffen, die Mitarbeiter in den Netzleitstellen und Schaltwarten geschult, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Gibt es auch einen positiven Aspekt?

Der 20. März (Freitag) sei ein guter Stresstest dafür, inwieweit die Einspeisung von Solarstrom noch beherrschbar sei, sagt Dr. Stefan Küppers, Geschäftsführer Technik bei der Westnetz GmbH, und ergänzt: „Wenn es an dem Tag trübe ist, ist die Sonnenfinsternis relativ leicht zu managen.“

Animation der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zur Sonnenfinsternis

So sah die Sonnenfinsternis 1999 aus:

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