Darum wird diese Gedenkstelle nicht mehr gepflegt

Hubschrauberabsturz

Dass die Gedenkstelle des Hubschrauberabsturzes vom 6. Juni 1996 mit 13 Toten seit einiger Zeit verwildert und ungepflegt ist, ist mittlerweile bekannt. Unklar war bisher, warum und wann die Bundeswehr die zugesagte Pflege der Gedenkstelle einstellte. Jetzt ist der Grund bekannt. Er ist, nun ja, etwas speziell.

DORTMUND

, 22.10.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gedenkstelle soll schnell wieder sauber gemacht werden.

Die Gedenkstelle soll schnell wieder sauber gemacht werden.

In den Akten der Bundeswehr findet sich im Oktober 2012 ein interessanter Vermerk. Wie seit 1997 regelmäßig wollte sich in diesem Oktober eine Geländebetreuungsgruppe der Bundeswehr an die Pflege der Gedenkstelle machen, da tauchte, so steht es in dem Aktenvermerk, eine bis dahin unbekannte Frau auf. Sie gab sich den Soldaten gegenüber als Besitzerin des Geländes aus, verwies sie des Waldes und schloss mit den Worten, die Soldaten sollten hier nie wieder auftauchen.

Zu den Akten gelegt

Die Soldaten notierten noch das Nummernschild des Wagens der Frau, beließen es ansonsten aber dabei, legten den Vorgang zu den Akten und suchten den Ort nicht mehr auf.

Friedhelm Oehmchen ist Landwirt, ihm gehörte das Grundstück 1996, er ließ es damals zu, dass auf dem Gelände der Gedenkstein errichtet wurde. Inzwischen ist sein Sohn der Eigentümer, aber nichtsdestotrotz dürfe die Bundeswehr natürlich weiterhin die Gedenkstelle pflegen.

Seine Frau habe die Soldaten nie des Geländes verwiesen, doch habe es einige Jahre lang eine „merkwürdige Frau gegeben, die da herumgegeistert ist und sich aus irgendwelchen Gründen zuständig gefühlt hat.“ Diese Frau habe viel herumgemosert, auch ihn, Oehmchen, habe sie kritisiert. Inzwischen hat er die Frau aber auch schon längere Zeit nicht mehr gesehen.

Gedenkveranstaltung am Totensonntag

Ein Sprecher der Bundeswehr erklärte, dass jetzt, nachdem der vermeintliche Rauswurf der Bundeswehr von dem Gelände vom Tisch sei, die Bundeswehr so schnell wie möglich die Gedenkstelle in einen ordentlichen Zustand zurückversetzen wolle.

Die Bundeswehr hatte sich bei einer Sitzung im November 1996, als im Rathaus in einer größeren Gruppe über die Errichtung der Gedenkstelle gesprochen worden war, bereit erklärt, diese zu pflegen. Der Grund: Kurze Zeit nach dem Absturz war klar geworden, dass es zu dem Hubschrauberabsturz gekommen war, weil der Pilot der Unglücksmaschine zu riskante Flugmanöver geflogen war.

Die Bezirksvertretung Hombruch ist erleichtert, dass das Gezerre um die Pflege der Gedenkstelle nun vom Tisch zu sein scheint. Am 20. November (Totensonntag) plant sie eine Gedenkveranstaltung an dem Stein. 

Seit dem Absturz im Juni 1996 sind Bundeswehrpiloten riskante Flugfiguren bei Publikumsflügen untersagt. Die 13 Toten des Unglücks waren zwischen 18 und 48 Jahren alt. Ein Mann überlebte den Absturz. Die Passagiere hatten die Teilnahme am Flug teilweise gewonnen.

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