Darum zeigt ein riesiges Plakat im Indupark eine ertrinkende Greta Thunberg

rnSolidaritätsaktion

Der Klimaschutz ist im Indupark angekommen: Ein haushohes Plakat an einem Bürogebäude zeigt die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Es ist die Solidaritätsaktion eines siebenfachen Großvaters.

Oespel

, 24.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Johann Schnitger (78) aus Unna hat sieben Enkelkinder. Alle, bis auf die ganz kleinen (ein und drei Jahre), engagieren sich bei der Klimastreik-Bewegung „Fridays for Future“. Der Geschäftsführer der Immobilienagentur „Johannes Beese Grund und Wert GmbH“ hält das für eine gute und wichtige Sache, die er nun mit einer besonderen Solidaritätsaktion unterstützt.

So hat der 78-Jährige an der Fassade seines Bürohauses in der Nähe des Oespeler Induparks, Borussiastraße 112, ein fünf mal zwölf Meter großes Plakat anbringen lassen, das eine ertrinkende Greta Thunberg zeigt. „Was diese Göre bewegt hat, verdient höchsten Respekt“, sagt Schnitger über die schwedische Umweltaktivistin.

Anerkennung zollt der siebenfache Großvater aber auch den Jugendlichen, die weltweit für ihr Klima und ihre Zukunft auf die Straße gehen: „Die sind doch viel besser als wir früher. Wir haben nur konsumiert und Halligalli gemacht“, sagt er.

„Sie ersäuft bald, weil sie keine Luft zum Atmen hat“

Mit dem auffälligen Plakat wolle er sich solidarisch mit den Jugendlichen und der schwedischen Klimaaktivistin zeigen. „Mit ihrem Streik bringen sie uns konsumgesättigten Alten bei, wie wichtig es ist, Profitdenken hinten anzustellen.“

Das Foto mit der ertrinkenden Greta sei ein unmissverständliches Signal: „Oberkante Unterlippe, sie ersäuft bald, weil sie keine Luft zum Atmen hat“, fasst der 78-Jährige zusammen. Am liebsten hätte er die gesamte Fassade des Gebäudes beklebt, sagt Schnitger: „Das hätte noch mehr geknallt.“ Doch leider sei dafür der Putz nicht geeignet.

Entdeckt hat Johann Schnitger das Foto in einer überregionalen Zeitung, der Künstler stamme aus Schottland. Für rund 1000 Euro habe er davon das großformatige Plakat drucken lassen. Wie lange es dort hängen wird, weiß er noch nicht. „Bis ich irgendwann ein anderes Motiv für die gute Sache finde“, so der Senior.

Enttäuschung über bisherige Resonanz

Das Bürogebäude habe er ganz bewusst für seine Solidaritätsbekundung ausgesucht, sagt Johann Schnitger: Weil es direkt an der Kreuzung Borussiastraße/Brennaborstraße/Zeche Oespel liege und somit viele Menschen das Plakat sehen könnten. Von der bisherigen Resonanz auf die großformatige Greta sei er allerdings ein wenig enttäuscht. „Bislang hat mich niemand darauf angesprochen.“

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