Das „Albero Verde“ setzt auf digitalen Bestellshop made in Dortmund

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Order-Max ist eine digitale Idee aus Dortmund für Dortmund. Die Macher bezeichnen sie als „das Rettungsprogramm für Gastronomen“. Beim Restaurant „Albero Verde“ ist man bereits begeistert.

Dortmund

, 23.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Mittag- oder Abendessen auf Bestellung denkt man automatisch an Lieferando. Der Lieferdienst mit den orange gekleideten Kurieren ist eine Macht im „Essen-auf-Räder“-Markt. In Dortmund wächst gerade eine Alternative, die den Gastronomen in der Krise auf etwas andere Weise beim Außer-Haus-Verkauf hilft. Sie heißt Order-Max.de.

„Ich bin von Order-Max begeistert, weil ich mit diesem digitalen Bestellshop schon viele neue Kunden gewinnen konnte. Das System ist unkompliziert und sehr bequem“, sagt Gastronom Edmond Myftari, der das „Albero Verde“ in der Gartenstadt (früher Grüner Baum) und das Restaurant Renaissance an der B1 betreibt.

Eventuell wird bald mehr Personal benötigt

Seit gut acht Wochen nutzt er Order-Max und hat bereits einige Vorteile festgestellt: „Es spricht ganz verschiedene Altersgruppen an und vereinfacht zum Beispiel das Kassieren. Wir müssen kein Geld mehr annehmen und wechseln, weil das Bezahlen schon mit der Bestellung erledigt wird.“

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Edmond Myftari spürt ein zunehmendes Interesse an dem Bestell-Service und will ihn demnächst entsprechend bewerben. Das Office zu Hause und die Scheu vieler vor dem Weg ins Restaurant wecken offenbar die Nachfrage. „Noch“, sagt der Gastronom, „liefern wir mit unserem derzeitigen Personal. Vielleicht müssen wir aber demnächst dafür auch Personal einstellen.“

„Wir helfen Gastronomen in die digitale Welt“

Order-Max ist das jüngste Kind aus der Dortmunder Start-up-Schmiede Perpetuo an der Hansastraße 30. Seit 2007 hat das Unternehmen sechs verschiedene Geschäftsmodelle aufgebaut. „Auf Order-Max sind wir gekommen, weil wir etliche Gastronomen kennen und zu Beginn der Corona-Pandemie gemerkt haben, dass sie auf digitale Bestellprozesse, wie sie Kunden schon lange gewohnt sind, nicht eingerichtet sind“, sagt Perpetuo-Geschäftsführer Christian Kersten.

Christian Kersten von Perpetuo.

Christian Kersten ist Geschäftsführer der Dortmunder Start-up-Schmiede Perpetuo. Das neueste Geschäftsmodell, das mit Beginn der Corona-Krise für die Gastronomie entwickelt wurde, ist der Bestellshop Order-Max. © Peter Wulle

Mit einem Team aus vier Digital-Spezialisten hatte der Betriebswirt innerhalb weniger Tage schon kurz nach dem ersten Lockdown-Wochenende im März den 24-Stunden-Bestellservice Order-Max entwickelt. „Mit unserer Lösung helfen wir den Gastronomen in die digitale Welt. Mit diesem neuen Bestellweg ergibt sich ein neues Umsatzpotenzial“, sagt Kersten.

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Anders als Lieferando ist Order-Max kein Zustelldienst. Das Liefern übernimmt – wie bei Edmond Myftari –entweder der Gastronomie-Betrieb selbst oder er lässt die bestellte Ware vom Kunden abholen.

Während viele Gastronomen Bestellungen per Telefon, über Facebook oder Instagram aufnehmen und den Überblick über all diese Eingänge behalten müssen, ermöglicht Order-Max die Reduzierung auf eine Bestellfunktion. „Die Nutzung des Systems ist sowohl für den Kunden als auch für den Gastronomen einfach. Beispielsweise ist das Management der Bezahlprozesse bereits eingerichtet“, so Christian Kersten.

Digitaler Bestellshop bietet sofort neuen Umsatzkanal

26 Unternehmen in Dortmund und Umgebung nutzen inzwischen Order-Max. „Gerade in der aktuellen Phase der Lockerungen, in denen die Gaststätten zwar geöffnet, aber höchstens 50 Prozent der Gäste haben, ist Order-Max so etwas wie ein Rettungsprogramm“, betont Christian Kersten.

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Für 59 Euro pro Monat wird der digitale Bestellshop eingerichtet. „Der erste Monat ist kostenlos und der Gastronom sichert sich sofort einen neuen Umsatzkanal. Gerade jetzt - bei reduzierter Kapazität im Lokal - macht das Sinn“, so Kersten.

Und der Geschäftsführer richtet den Blick schon über Dortmund hinaus. „Wir gehen als nächstes jetzt Feriengebiete an der Nord- und Ostsee an“, sagt er, „und wollen auch dort Gastronomen für unsere Bestellshop-Plattform gewinnen.“ Aber, das ist dann eine andere digitale Geschichte „made in Dortmund“.

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