Das „Atelier Amore“ bietet sich als Ausstellungsort am Hafen an

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Aus Studierenden der FH Dortmund ist erst ein Künstlerkollektiv und dann ein gemeinnütziger Kunst- und Kulturverein geworden. Die Früchte des eigeninitiativen Handelns seien „extrem lecker“.

Hafen

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Liebe zur Kunst hat sie zusammengebracht und mittlerweile haben sich der Verein und seine Mitglieder in der freien Kunstszene Dortmunds einen Namen gemacht. Dabei fing alles an der Fachhochschule (FH) für Design an. Denn die dortigen Strukturen ließen ein freies, unabhängiges und vor allem interdisziplinäres Zusammenarbeiten nicht zu.

„Wir wollten einen Raum, wo wir gemeinschaftlich arbeiten, uns austauschen und auch ausstellen können“, sagt Laila Schubert, Fotografin und zweite Vorsitzende des Vereins. Coworking erschien zu teuer, Ausstellungsräume waren Mangelware und letztendlich wollte die Gruppe unabhängig von anderen sein. So fanden sich schließlich mehrere Studierende der FH aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen und entwickelten die Vision für einen eigenen Verein.

So ist die Idee zum eigenen Verein entstanden

„Wir wollten die Hochschulblase zerstechen und uns allen Disziplinen der Kunst öffnen. Zumal es viel zu schade war, dass viele unserer Werke in der Schublade blieben“, sagt die heutige Vorsitzende Linda Schuster. Die Gruppe traf sich regelmäßig, arbeitete eine Satzung aus, formulierte die Förderzwecke und im Mai 2018 wurde das „Atelier Amore - Verein für urbane und bildende Künste e.V.“ gegründet.

Das „Atelier Amore“ bietet sich als Ausstellungsort am Hafen an

Die Räume des „Ateliers Amore“ sind hell, weiterläufig und lassen viel Platz für Kunst. © Jan Pauls

Alle Gründungsmitglieder kamen von der FH-Design und bis heute vereinen sie Fotografen, Maler, Kunsthistoriker, Grafikdesignern, Szenografen oder Studierende anderer Disziplinen. Als Ziele haben sie sich die Förderung der Kunst und Kultur in Dortmund auf die Fahnen geschrieben, wollen Plattform für Kunst- und Kulturproduzenten sein, wollen Orte der Begegnung schaffen oder wie der Name schon sagt, die bildende, urbane Kunst in den Fokus nehmen. Dabei haben sie sich intern auf mehrere Arbeitsbereiche verständigt.

Perfekte Räume fanden die Kreativen am Hafen

Zum einen verschiedene Workshops wie performatives Aktzeichnen oder während der Veranstaltung „Sommer am U“ künstlerischer Siebdruck. Zum anderen sind es die unterschiedlichen Ausstellungen der Vereinsmitglieder oder Externer. „Die Öffnung nach außen ist uns sehr wichtig und jeder, der eine Ausstellung machen möchte, kann sich bei uns melden“, sagt Schubert.

Direkt nach der Vereinsgründung fand die Gruppe die für sie perfekten Räume – die zweite Etage im Speicher 100 im Hafen. Auf mehr als 500 Quadratmeter haben die Vereinsmitglieder ihre Arbeits- und Produktionsflächen. Es finden dort auch die eigenen oder externen Ausstellungen statt.

„Gründet selbst einen Verein!“

Zudem sind die Synergien mit den anderen Kreativen und Künstlern im Haus perfekt. „Hier herrscht eine kreative Grundstimmung und wir möchten uns sowohl an der Entwicklung des Standortes beteiligen als auch die kulturelle Szene der gesamten Stadt mit beeinflussen“, sagt Schuster.

Ein anderer Punkt ist ihnen aber auch ganz wichtig: Gründet selber einen Verein. Zwar habe der gesamte Gründungsprozess einige Monate gedauert und es war bürokratisch nicht immer einfach. Doch durch die Vereinsgründung haben sich neue Möglichkeiten ergeben und alleine hätte dies keiner stemmen können. „Wir können jedem nur empfehlen, einen Verein zu gründen. Die Früchte des eigeninitiativen Handelns sind extrem lecker“, sagt Schubert.

Das „Atelier der Liebe“ macht beim Hafenspaziergang mit

Sie würden sich wünschen, dass es mehr Kunst- und Kulturvereine gibt, die damit die lokale Szene beleben. Aktuell arbeitet das „Atelier der Liebe“ – ein Name, der ihre Liebe zur Kunst und zueinander abbildet – an der Anschaffung einiger Werkbänke und Werkzeuge sowie an den Vorbereitungen der nächsten Aktionen. Das sind Werkausstellungen zum Hafenspaziergang am 31. August und zu den „Offenen Nordstadtateliers“ am 28. und 29. September. Mehr Infos zum Verein gibt’s hier.

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