Das Aus für die Firma Heitkamp Bauservice ist besiegelt

rn42 Arbeitsplätze

Die überraschende Nachricht ereilte die Belegschaft im Juni. Jetzt ist es amtlich: Die Ära des Traditionsunternehmens Heitkamp geht in Dortmund zu Ende – trotz guter Auftragslage.

Dortmund

, 13.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Mitarbeiter der Dortmunder Traditionsfirma Heitkamp Bauservice wurden in der Belegschaftsversammlung am Freitag (9.8.) informiert: Das Ende Juni angekündigte, überraschende Aus des Dortmunder Unternehmens zum Jahresende ist besiegelt.

Geschäftsführung und Betriebsrat haben sich in wochenlangen Gesprächen auf einen Interessensausgleich und einen Sozialplan verständigt. „Die Gespräche sind vernünftig verlaufen“, berichtete am Dienstag (13.8.) der Betriebsrat: „Durch Verhandlungen haben wir ein außergewöhnlich gutes Ergebnis erreicht.“ Die Abfindungen sollen sich unter anderem an der Dauer der Betriebszugehörigkeit orientieren. „Wir sind in sehr gutem Einvernehmen auseinandergegangen“, bestätigt auch Geschäftsführer Achim Hoffstiepel.

42 verlieren ihren Job

42 Beschäftigte verlieren ihren Job, bekommen in den nächsten Tagen ihre Kündigung. Manche sind bis zu 44 Jahre dabei. Diejenigen, die noch nicht so lange im Betrieb sind und die kürzeste Kündigungsfrist haben, müssen zuerst gehen. Bis Ende des Jahres werde man 70 bis 80 Prozent der Aufträge abgearbeitet haben, so Hoffstiepel. Die restlichen 20 Prozent sollen bis Mitte 2020 abgeschlossen sein. Mit einigen ausgewählten Mitarbeitern werde man sprechen, ob sie bereit seien, ein paar Monate länger zu arbeiten, um diese Aufgaben abzuwickeln.

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Für die Belegschaft sei es nach wie vor „ein bisschen unbegreiflich“, dass der russisch-türkische Konzern Rönesans als Gesellschafter Heitkamp Bauservice schließe, sagt der Betriebsrat. Die Auftragslage sei gut, doch der Konzernmutter hätten die Gewinne nicht gereicht: „Man wollte sich anders orientieren.“

Heitkamp damit als Firmensitz in Dortmund Geschichte

Das Dortmunder Unternehmen Heitkamp Bauservice mit Sitz an der Dammstraße in Eving ist aus der 1892 gegründeten Herner Baufirma Heitkamp hervorgegangen. Zu ihren Schwerpunkten zählen unter anderem Ingenieur-Dienstleistungen, Vermessungen, Projektabwicklungen sowie die Vermietung von Schalungen und Rüstungen für den Betonbau.

Der Name Heitkamp ist mit dem Aus zum Jahresende zwar in Dortmund Geschichte, doch die Herner Heitkamp-Unternehmensgruppe, ein mittelständisches Unternehmen mit 400 Mitarbeitern, ist weiterhin im Geschäft rund um den Erd- und Straßenbau tätig. In Dortmund hat sie unter anderem den Baugrund zur Erweiterung von DSW21 an der Degging-Straße ertüchtigt, die Baugrube für die Bundesbank erstellt und im letzten Jahr für die Herrichtungsarbeiten für den RRX verantwortlich gezeichnet.

Die Herner Heitkamp-Unternehmensgruppe ist nicht mit dem Unternehmen Heitkamp Ingenieur- und Kraftwerksbau verbunden, das zum russisch-türkischen Rönesans-Konzern gehört.

Wir haben zur Klarstellung den Text über die Herner Heitkamp-Unternehmensgruppe nachträglich ergänzt.

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