Urlaubsgeld, Wasser, Eis: Was Dortmunder Unternehmen ihren Mitarbeitern im Sommer bieten

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Wenn es draußen heiß ist, arbeitet kaum jemand gerne im geschlossenen Büro. Was tun große Dortmunder Unternehmen, um den Mitarbeitern das Arbeiten zu versüßen? Wir haben nachgefragt.

Dortmund

, 01.07.2019, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während der ersten großen Hitzewelle in diesem Sommer haben wir einen Fragebogen an die größten Dortmunder Unternehmen geschickt. Wir wollten wissen: Wie ergeht es Ihren Mitarbeitern im Sommer? Zahlen Sie Urlaubsgeld – und wenn ja, in welcher Höhe? Welche Annehmlichkeiten bieten Sie, beispielsweise kostenloses Wasser oder freien Eintritt ins Schwimmbad?

Die Antworten könnten kaum unterschiedlicher sein.

So ist die Lage bei Wilo:

Den tariflich angestellten Mitarbeitern zahlt das Unternehmen laut Auskunft von Kommunikationschef Klaus Hübscher ein Urlaubsgeld in Höhe von 72 Prozent eines Monatsgehalts. Außerdem stehen den Angestellten das ganze Jahr über kostenlos Wasserspender zur Verfügung, und sie bekommen zusammen mit ihren Familien vergünstigte Jahreskarten für den Westfalenpark. Das Kantinenessen wird subventioniert, was, so Hübscher, eine „hohe Qualität und hohe Varianz der angebotenen Speisen“ sicherstelle. An besonders heißen Tagen organisierten Vorgesetzte zudem hin und wieder „Einzelaktionen“ zur Erfrischung.

Das schreibt die katholische St.-Johannes-Gesellschaft:

„Ja, wir zahlen Urlaubsgeld“, beginnt Sprecherin Gudula Stroetzel ihre Antwort. Die Höhe: zwischen 260 Euro für Auszubildende und rund 425 Euro für Verwaltungsangestellte. Bei den anderen Angestellten sei das Urlaubsgeld „in der Monatsvergütung aufgegangen“. Die St.-Johannes-Gesellschaft trägt unter anderem das St.-Johannes-Hospital im Klinikviertel.

Davon abgesehen, gibt es für Familien und Mitarbeiterkinder jedes Jahr eine „besonders günstige“ Ferienfreizeit an der Nordsee, daneben außerdem tägliche Kinderferienbetreuung von 6 bis 17 Uhr und an heißen Tagen Eis und Smoothies für alle, berichtet Gudula Stroetzel. Wer es in der Mittagshitze nicht aushält, kann zudem schon um 6 Uhr morgens anfangen zu arbeiten und nach Hause gehen, wenn die Sonne am höchsten steht, – „sofern es die betrieblichen Abläufe zulassen“.

Vergangenes Jahr war in allen Einrichtungen die Kuhbar mit ihrem Eismobil zu Gast. Jeder Mitarbeiter durfte sich drei Kugeln Eis aussuchen.

Und die Stadt?

Hier gibt es kein Urlaubsgeld, was tarifrechtlich so geregelt ist. An heißen Tagen erlaubt die Stadt aber eine „Lockerung der Kleiderordnung“, wie Pressesprecher Michael Meinders schreibt, zusätzliches gibt es kostenloses Trinkwasser und in bestimmten Teilbereichen auch Sonnencreme. Immer mittwochs von 6 beziehungsweise 6.30 Uhr bis 8 Uhr können die Mitarbeiter kostenlos im Südbad und im Nordbad schwimmen gehen. Die Dienstfahrzeuge haben „standardmäßig“ eine Klimaanlage, und „im Rahmen von Unternehmerpflichten“ könnten beispielsweise Ventilatoren angeschafft werden.

Die Situation bei Signal Iduna:

Der Versicherer Signal Iduna hat seinen Mitarbeitern am 31. Mai ein zusätzliches Gehalt als Urlaubsgeld gezahlt, lässt Sprecher Edzard Bennmann wissen. Außerdem gebe es am 30. November ein zusätzliches volles Gehalt als Weihnachtsgeld. In den Büros gibt es für die Mitarbeiter kostenloses Mineralwasser und die Möglichkeit, im Rahmen der Gleitzeit früher zu gehen oder später anzufangen.

Zudem würden unter den Mitarbeitern immer wieder Karten zu verschiedenen Veranstaltungen verlost, darunter das Musical „Radio Ruhrpott“ und das Tresen-Filmfestival im Westfalenpark. Am 30. August richtet der Betrieb das jährliche Betriebsfest im Freischütz in Schwerte aus.

Das schreibt DEW21:

Zum Urlaubsgeld könne man keine allgemeingültige Auskunft erteilen, schreibt Jana-Larissa Marx, Leiterin der Unternehmenskommunikation, „da es sich um einen individuellen Vertragsbestandteil handelt“. Manche Mitarbeiter bekommen also offenbar eine Art Urlaubsgeld, andere nicht. Kostenloses Trinkwasser gibt es aber für alle, und zwar im ganzen Jahr, dazu Kinderbetreuung, Homeoffice und Leistungsprämien.

Das Klinikum bietet seinen Mitarbeitern:

“Als Haus, das nach öffentlich-rechtlichem Tarif zahlt, gibt es bei uns das Urlaubsgeld nicht im Sommer, sondern im Winter für den Winterurlaub ;-) (vulgo: Weihnachtsgeld)“, schreibt der Sprecher des Klinikums Dortmund, Marc Raschke. Außerdem biete sein Haus den Mitarbeitern „natürlich“ kostenloses Wasser sowie 20 Prozent Ermäßigung auf eine Tages- oder Familienkarte für das Solebad in Wischlingen.

Der Pool auf dem Dach, den das Klinikum in einem nicht ernst gemeinten Antrag an das Land NRW gefordert hatte, dürfte dagegen für die Mitarbeiter dagegen ein Wunschtraum bleiben.

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