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„Das bringt alte Menschen um“: Kachelmann wettert gegen Hitze-Tipps der Feuerwehr Dortmund

rnTwitter-Streit

Die Feuerwehr Dortmund veröffentlicht auf Twitter Tipps gegen Hitze – und schürte damit den Zorn von Jörg Kachelmann: Der bekannte Meteorologe geht die Feuerwehr scharf an.

Dortmund

, 24.06.2019 / Lesedauer: 2 min

In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen auf bis zu 37 Grad klettern – Grund genug für die Feuerwehr Dortmund, auf ihrer Seite ein paar Sicherheitstipps zu geben, wie sich „besonders ältere Menschen und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ gegen die für sie gefährliche Hitze wappnen sollten. Mit dabei: „Lüften Sie Ihre Wohnung nachts und morgens, wenn es außen kälter ist als innen.“

Auf diese Tipps wies die Feuerwehr auch auf Twitter hin. Dort sah sie Jörg Kachelmann – der besonders den Morgens-und-abends-Lüften-Tipp ganz offensichtlich für brandgefährlich hielt: „Das ist leider völliger Unsinn und bringt so alte Menschen um“, wetterte der bekannte Meteorologe, „warum schreiben Sie so einen Unsinn?“

Kachelmann verwies dagegen auf einen Tweet des Roten Kreuzes aus der ostwestfälschen Kleinstadt Löhne, die eine andere Strategie empfehlen: „Ist es in der Wohnung nicht auszuhalten: Alle Fenster auf und Ventilatoren an! (‚Durchzug‘ ist nicht schädlich, das glauben nur Deutsche)“. Schon länger kritisiert Kachelmann den Irrglauben, dass Durchzug etwas Schlechtes sei.

Doch was stimmt nun? Tagsüber lüften oder doch nur morgens und abends? „Dazu gibt es keine wissenschaftliche Studie“, sagt Fred Weingardt. Der 50-jährige Notfallsanitäter leitet die Dortmunder Rettungsdienstschule des Roten Kreuzes. Es sei vor allem wichtig, die eigene Wohnung bei großer Hitze dunkel und kühl zu halten.

Rotes Kreuz: „Man sollte die Kirche im Dorf lassen!“

Wie man das bewerkstellige, solle man mit gesundem Menschenverstand herausfinden. Die Kritik von Kachelmann an der Dortmunder Feuerwehr findet er überzogen: „Man sollte die Kirche im Dorf lassen!“

Viel wichtiger als dieser Nebenschauplatz sei sowieso, dass sich besonders ältere und kranke Menschen schonen, die pralle Sonne meiden und viel trinken.

Der Dortmunder Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke wollte sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zur Kritik von Kachelmann äußern. Man stehe aber weiterhin zu den eigenen Anti-Hitze-Tipps.

Zur Sache

Die Anti-Hitze-Tipps der Feuerwehr

  • Vermeiden Sie es, sich länger direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen. Achten Sie besonders darauf, dass sich Kinder vor der Sonne schützen.
  • Viel Trinken ist wichtig. An heißen Tagen kann der Flüssigkeitsbedarf um das Drei- bis Vierfache höher sein als an normalen Tagen.
  • Statt eines opulenten Mahls sollten Sie sich lieber an leichtes Essen halten.
  • Meiden Sie Alkohol!
  • Unterlassen Sie es, sich in der Hitze körperlich besonders anzustrengen.
  • Lüften Sie Ihre Wohnung nachts und morgens, wenn es außen kälter ist als innen. Wenn möglich, schützen Sie die Räume vor direkter Sonneneinstrahlung mit Jalousien.
  • Scheuen Sie sich bei Unwohlsein nicht, die 112 anzurufen!
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