Ein herumlaufender Dinosaurier sorgt in Dortmund für Aufsehen

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Ole Möller hat 10.000 Euro in zwei imposante Kostüme investiert. Doch Corona macht auch Saurier arbeitslos – geplante Auftritte fielen aus. Trotzdem hat er schon auf sich Aufmerksam gemacht.

Dortmund

, 15.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vergessen Sie alles, was ihnen bislang an Dinosauriern auf Karnevalsfeiern oder Kindergeburtstagen begegnet ist. Die Verkleidungen, die Ole Möller trägt, besitzen ganz andere Dimensionen: Wenn der Dortmunder als Tyrannosaurus rex oder als Utahraptor über die Straße schreitet, scheint es, als schaue man gerade bei „Jurassic Park“ im Kino oder befände sich gar in einer Zeitmaschine.

Beängstigendes Fauchen per Hebel

Über zwei Meter hoch und gut 3,50 Meter lang – schon die Ausmaße der Kostüme sind überaus imposant. Hinzu kommen ein beängstigendes Fauchen sowie ein Augenklimpern, das Möller aus dem Inneren der Saurier mit Hebeln steuert.

Am beeindruckendsten ist aber zweifellos das Erscheinungsbild: Die Monster – Verzeihung, aber diese Bezeichnung sei an dieser Stelle gestattet – sehen extrem echt aus.

Ole Möller mit seinen beiden „Haustieren“: Der T. Rex (l.) und der Utahraptor stehen in einem eigens angemieteten Container in Aplerbeck.

Ole Möller mit seinen beiden „Haustieren“: Der T. Rex (l.) und der Utahraptor stehen in einem eigens angemieteten Container in Aplerbeck. © Oliver Schaper

Schon lange hegte er ein gewisses Interesse an Dinosauriern, erzählt der 41-Jährige. Und eben auch an diesen gewaltigen Kostümen. Als er dann bei der Museumsnacht 2019 einem solchen Riesen Auge in Auge gegenüberstand, sei schließlich die Entscheidung gefallen: „Das war der letzte Anstoß, mir auch so einen Dino zu kaufen.“

Aus einem wurden letztlich sogar zwei – die Begeisterung für die Kostüme war offenbar mindestens so groß wie die imposanten Saurier selbst.

Hightech im Urzeit-Giganten

Ein nicht gerade preiswerter Entschluss, denn jedes Exemplar schlägt mit 5000 Euro zu Buche. Die Kolosse besitzen ein von Schaumstoff überzogenes Alu-Gerüst, die äußere, lebensechte Haut besteht aus Silikon.

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Ein Dortmunder wird zum Dino

Um den Sauriern noch mehr Leben einzuhauchen, schließt Möller im Innern einen speziellen Akku an, der für das Fauchen und die Bewegungen der Augen vonnöten ist. Hightech im Urzeit-Giganten sozusagen.

Die Investition von insgesamt 10.000 Euro wollte Möller, der als Lagerarbeiter seine Brötchen verdient und für die beiden Saurier eigens einen Container in Aplerbeck angemietet hatte, langfristig mit Auftritten bei Stadtfesten, Kindergeburtstagen oder Firmenfeiern wieder hereinholen.

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Doch kaum hatte er die in China hergestellten Dinos erworben, kam Corona – und mit dem Virus auch der Ausfall zahlreicher Veranstaltungen.

Corona sorgt für Auftragsflaute

„Und damit war plötzlich alles vorbei“, erzählt der Dortmunder von abgesagten Festen und ausgefallenen Feiern. Wie viele Schausteller erwischte es auch Möller besonders hart: Nicht einen einzigen Auftrag erhielt er bislang. „Es kann nur besser werden“, blickt der 41-Jährige aber weiterhin optimistisch in die Zukunft.

Sobald Ole Möller das Maul der Riesen öffnet, ertönt ein schauerliches Fauchen.

Sobald Ole Möller das Maul der Riesen öffnet, ertönt ein schauerliches Fauchen. © Oliver Schaper

Bislang muss er sich damit begnügen, für künftige Auftritte zu proben. Denn der richtige Umgang mit solch einem spektakulären Kostümen will gelernt sein. Das beginnt schon damit, dass ihm ein Freund beim Einstieg in den Dino helfen und anschließend die Reißverschlüsse an den Beinen schließen muss.

Herumlaufen ist kein Kinderspiel

Obwohl ein Ventilator im Innern für ein wenig Frischluft sorgt, ist auch das Herumlaufen alles andere als ein Kinderspiel. „Es wird auf Dauer trotzdem sehr warm“, sagt Möller, der zwar durch zwei Gazeflächen in der Brust des Sauriers sehen kann, dessen Blickfeld dabei aber arg eingeschränkt ist.

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Deshalb musste er das richtige Gehen mit den fast 25 Kilo schweren Verkleidungen trainieren; und zwar auf dem Bürgersteig an der - nomen est omen - Riesestraße in Aplerbeck, was für jede Menge Aufmerksamkeit sorgte: „Die Leute waren fasziniert. Es kam super an.“

Nur umfallen sollte man mit solch einem Hünen möglichst nicht, weiß Möller: „Dann muss man heraussteigen, denn von selbst kommt man nicht wieder auf die Beine.“

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